Wie aus dem Wasserfall ein Feenschleier wird

Durch kleine Veränderungen in den Einstellungen können Sie ihre Motive künsterlisch gestalten.
Durch kleine Veränderungen in den Einstellungen können Sie ihre Motive künsterlisch gestalten. ©Canon
Im Automatik-Modus sucht die Kamera selbständig die optimalen Einstellungen, um ein perfekt belichtetes, gestochen scharfes Bild zu erzielen, den Moment also so realitätsgetreu wie nur möglich festzuhalten. Durch eine gezielte Auswahl der Belichtungszeit lassen sich aber Effekte erzielen, die ein durchschnittliches Motiv in ein kleines Kunstwerk verwandeln können.

Wer kennt nicht die Bilder, auf denen sich ein Wasserfall sanft wie ein Feenschleier über die Landschaft ergießt? Um eine solche romantische Stimmung zu erzeugen, reicht es nicht aus, einfach auf den Auslöser zu drücken und die ganze Arbeit der Kamera zu überlassen. Je nach Lichtverhältnissen wird das Wasser mehr oder weniger scharf in seiner Bewegung eingefroren, es wird ein Foto wie tausend andere. Wählt man jedoch eine lange Belichtungszeit, verschmelzen die einzelnen Tropfen durch die fortlaufende Bewegung des Wassers zu dem besagten, weichen Schleier.

Wie man die Belichtungszeit einstellt, hängt von der jeweiligen Kamera ab, wobei höherwertige Geräte dem Benutzer meist mehr Möglichkeiten bieten. Meistens heisst die benötigte Einstellung „Zeitvorwahl“ oder Tv (was hier nichts mit Fernsehen zu tun hat, sondern aus dem Englischen kommt und für „Time Value“ steht) – der Fotograf bestimmt, wie lange der Chip belichtet werden soll, die anderen Parameter wie Blendenöffnung und, je nach Einstellung, die Lichtempfindlichkeit  wählt die Kamera selbst dazu aus.

Um den zauberhaften Wasserfall aufs Foto zu bannen, ist eine Belichtungszeit von mehr als einer Dreißigstelsekunde anzuraten. Wie der Effekt am besten zur Geltung kommt, hängt von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten ab, am besten, man probiert es einfach mit verschiedenen Einstellungen aus. Eine Zehntelsekunde oder noch länger wäre mitunter ideal, erfordert vom Fotografen aber eine sehr ruhige Hand. Wenn die Kamera mit einem Bildstabilisator ausgestattet ist, ist dies natürlich von enormem Vorteil, noch besser ist es freilich, die Kamera gleich auf ein Stativ zu stellen. Das Zoom-Objektiv sollte sich möglichst in Weitwinkelposition befindet, da dies die Verwackelungsgefahr zusätzlich reduziert.

Bei extrem hellen Sonnenlicht kann es passieren, dass das Bild selbst bei kleinster Blende und niedrigster Empfindlichkeitsstufe bei einer so langen Belichtungszeit stark überbelichtet wird – in diesem Fall kann ein Graufilter Wunder wirken. Falls die Kamera selbst kein Filtergewinde haben sollten, kann man für die seltenen Situationen, in denen ein solcher Filter benötigt wird, einfach einen billigen, möglichst großen und möglichst dunklen Filter kaufen und den dann bei Bedarf direkt vor das Objektiv halten.

(Text: Uwe Fischer)

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