Widersprüche Elsner-Flöttl zu Beratung

Eklatante Widersprüche im Zusammenhang mit dem Beratungsvertrag Vranitzkys mit Flöttl zeigten sich auch diesmal zwischen den beiden Angeklagten Wolfgang Flöttl und Helmut Elsner.

Während Flöttl darauf bestand, er habe Vranitzky nur auf Druck Elsners hin engagiert, wies Elsner diese Angaben mehrmals entschieden zurück, er habe vom Beratungsvertrag Flöttls mit Vranitzky gar nichts gewusst.

Er habe Flöttl nicht dazu angehalten, Vranitzky als Berater zu engagieren, „mit Sicherheit nein“, betonte Elsner. „Flöttl hat seine prominenten Berater gerne genannt und wie Trophäen vor sich hergetragen“, schilderte Elsner, Flöttl habe etwa von seinen Beratern Kissinger und Schmidt gesprochen, „der Name Vranitzky ist mir nicht in Erinnerung“, so der Ex-BAWAG-Chef. Vranitzky habe ihm nicht erzählt, dass er Flöttl berate.

Flöttl hingegen betonte, der Beratervertrag mit Vranitzky sei nur auf Elsners Wunsch zustande gekommen. Nach den großen Verlusten im Herbst 1998 habe ihn Elsner gebeten, dass er Vranitzky als Berater engagiere. Er habe dies zunächst mit dem Hinweis auf seine Geschäftstätigkeit in Asien abgelehnt, Elsner habe aber darauf bestanden. Er sei damals von der BAWAG wirtschaftlich abhängig gewesen, begründete Flöttl heute, dass er Elsner nachgegeben habe.

Richterin Bandion-Ortner hielt Flöttl seine Aussagen aus seiner Einvernahme vor dem Prozess vor. Damals hatte Flöttl gesagt: „Im November 1998 rief mich Elsner an, ich sollte an Vranitzky eine Überweisung von einer Million Schilling geben, dies wurde begründet, dass Vranitzky ein wichtiger Mann war, dass die BAWAG auch eine politische Verantwortung hatte und dass man Vranitzky für seine Tätigkeit unterstützen muss, da gäbe es vertragliche Verpflichtungen“, las die Richterin aus dem Protokoll vor. „Elsner sagte, Vranitzky wäre ein wichtiger Mann für die SP֓, so Flöttl damals bei seiner Einvernahme, „er (Elsner, Anm.) sagte, der ÖGB, die BAWAG, die SPÖ wären eines“. Dazu müsse sie Elsner befragen, antwortete Flöttl heute auf Befragung durch die Richterin.

Flöttl hatte damals ausgesagt, Elsner habe ihm die Finanzierung des Vranitzky-Honorars in Höhe von einer Million Schilling aus dem Verkauf der Kunstsammlung nahegelegt. Heute sagte er aus, er habe Vranitzky aus seinen eigenen Mitteln bezahlt. „Mir kommt vor, Sie sagen heute etwas anderes als damals“, so die Richterin zum Angeklagten.

Elsner widersprach Flöttls Angaben entschieden, er habe diesen nie dazu gedrängt Vranitzky anzuheuern. „Die Bedeutung von Vranitzky für die BAWAG war die gleiche wie für jeden Staatsbürger auch“, betonte der angeklagte Ex-Bankdirektor. Die BAWAG hatte laut Elsner keinerlei Beziehung zur sozialdemokratischen Partei, der ÖGB als – früherer – Eigentümer sei überparteilich. „Wir hatten nie irgendeinen Wunsch an Vranitzky, er solle in irgendeiner Sache für die BAWAG intervenieren“, unterstrich Elsner.

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