Whatever Works - Liebe sich wer kann

"Whatever Works" ist Woody Allens retro-charmante Rückkehr nach New York, die morgen, Dienstag, gleich zweimal und ein weiteres Mal am Mittwoch bei der Viennale zu sehen ist. Eine altmodisch inszenierte "My Fair Lady"-Variation mit Larry David und Evan Rachel Wood.

Im Zentrum der auf einer über 30 Jahre alten Idee basierenden Geschichte steht ein wiederkehrendes Motiv bei Allen: ein älterer misanthropischer Mann, der sich mit einem jungen wissbegierigen Mädchen einlässt. Der Exzentriker Boris (Larry David), ein besserwisserischer Quantenphysiker, der sich mit seinem Lebensmotto “whatever works” (egal wie, Hauptsache es funktioniert) liebend gern in seinem Weltschmerz suhlt, nimmt dabei die gestrandete Südstaaten-Schönheit Melody (Evan Rachel Wood) bei sich auf und lässt sich nach und nach von ihrer lebensbejahenden Art anstecken. Dazwischen kommt es immer wieder zu hinreißenden Zwischenfällen mit Melodys Verwandten, was der Komödie auch durchaus gut tut.

Zumeist changiert der Witz von “Whatever Works” zwischen bissigen Dialogen und einem Hauch von Altherren-Schmäh. Die Inszenierung ist bewusst künstlich gehalten, wie ein Theaterstück mit Auf- und Abgängen, eingebettet in eine klassische Studiokulisse und von Licht und Kamera her in einer Art von Retro-Style gehalten. Was im Großen in ein klassisches Woody-Allen-Universum entführt, hinterlässt in manchen Dingen doch einen schalen Nachgeschmack. Am ärgerlichsten bleibt den ganzen Film über das Spiel des Komikers Larry David, der seine Erzählerrolle zwar gut wahrnimmt, aber wenig schauspielerisches Talent mitbringt. Selten hat man sich Woody Allen selbst so sehr auf die Leinwand zurückgewünscht.

“Whatever Works” ist Allens 40. Film und der erste seit “Melinda und Melinda” (2004), den er in seiner Heimatstadt New York gedreht hat. Drehorte waren Greenwich Village, Manhattan und Queens, die Produktionskosten lagen bei etwa 15 Millionen Dollar. Die Komödie eröffnete im April das Tribeca Film Festival. Für das kommende Jahr plant der dreifache Oscar-Preisträger, wieder in Europa – diesmal in Frankreich – zu drehen. Der Bürgermeister von Rio de Janeiro hat dem Regisseur unterdessen gemeinsam mit einer brasilianischen Produktionsfirma knapp 11,5 Mio. Euro angeboten, wenn er einen für 2012 geplanten Film die Stadt als Kulisse nutzt. Die Arbeit wird dem 74-Jährigen sicher nicht so bald ausgehen.

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