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WGKK verschleudert Millionen für Leistungsblatt

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Wiens Haushalte werden dieser Tage mit Briefen von der Wiener Gebietskrankenkasse überflutet. Während sich die Post über den Auftrag freut, fragt sich der Steuerzahler, was das bringen soll und warum so viel Geld für ein einziges Blatt Papier verschwendet wird.


Also, zur Erklärung: Das Leistungsblatt ist per Gesetz vorgeschrieben. Verantwortlich dafür zeichnen Ex-Gesundheitsminister Herbert Haupt und der ehemalige Gesundheitsstaats-sekretär Reinhart Wanek (beide FPÖ). WGKK-Obmann Franz Bittner im Kurier online: „Gesetze sind zu erfüllen. Transparenz ja, Bürokratie nein. Wir haben Ministerin Maria Rauch-Kallat ein billigeres System vorgeschlagen. Das wurde abgelehnt.“

Von kostenlos weit entfernt

Auf der WGKK-Homepage ist zu lesen: “Der Versand erfolgt in alphabetischer Reihenfolge und informiert über die Kosten der von Versicherten und ihren Angehörigen (Mitversicherten) im Kalenderjahr 2003 in Anspruch genommenen Sachleistungen. Selbstverständlich ist dieses Service völlig kostenlos!”. Transparenz ist ja OK, aber von kostenlos ist diese Aktion weit entfernt. Denn wer wird schon die insgesamt 2,4 Millionen Euro – 1,2 Millionen Schreiben zu je 2 Euro – dafür bezahlen?

Teuer, unnötig und auch noch fehlerhaft

Da das Erstellen der Leistungsblätter einen enormen bürokratischen Aufwand darstellt, kommt es immer wieder zu Fehlern und es werden auch nicht lückenlos alle in Anspruch genommenen Leistungen angeführt. Barleistungen, Kostenerstattungen (zB für Rechnungen von Wahlärzten), Vorsorgeuntersuchungen, Leistungen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen und Spitalsambulanzen, Kosten für Heilbehelfe und Transportkosten sind nicht im Schreiben zu finden.

Zur Beruhigung: Ab dem Anfangsbuchstaben „L“ werden laut NÖ Gebietskrankenkassa fehlerlose Leistungsblätter garantiert. Für Beschwerden hat die WGKK eine Hotline eingerichtet 01 811 99-0.

Es stellt sich die Frage, wer dieses Leistungsblatt wirklich benötigt und wer daran verdient? Es wäre schön, würde die angestrebte Transparenz auch diese Fragen aufdecken.

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