Weniger Geisterfahrer-Warnungen im Jahr 2018

Das am stärksten betroffene Teilstück war die S36.
Das am stärksten betroffene Teilstück war die S36. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Die Bilanz zu Warnungen vor Geisterfahrern im vergangenen Jahr zeigt einen leichten Rückgang. Via Ö3 wurde insgesamt 370 Mal gewarnt.

370 Mal ist im vergangenen Jahr via Ö3 vor Geisterfahrern gewarnt worden – das ist ein Rückgang um 39 Meldungen gegenüber 2017 (minus 9,5 Prozent). Seit Beginn der Aufzeichnungen 1994 gab es nur vier Mal weniger Geisterfahrer in einem Jahr, berichtete die Verkehrsredaktion des Senders. Bei einem derartigen Unfall am 5. April starb eine Frau, 2017 gab es bei Geisterfahrer-Unfällen noch drei Tote.

370 Geisterfahrer-Warnungen und ein Toter

Insgesamt gab es im Vorjahr elf Unfälle mit Geisterfahrern, sechs davon mit Personenschaden. Zehn Personen wurden schwer, sechs leicht verletzt. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden bei Geisterfahrer-Unfällen 116 Personen getötet.

Der stärkste Monat 2018 war der Dezember mit 48 Meldungen, im Februar wurden mit 21 Geisterfahrern die wenigsten gezählt. Die meisten Warnungen gab es mit 61 auf der Südautobahn (A2) – obwohl sich hier die Zahl um fast ein Drittel verringert hat. In Relation zur Gesamtlänge waren auf der Murtal Schnellstraße (S36) in der Steiermark die meisten Falschfahrer unterwegs. Hier gibt es also 2018 die größte “Geisterfahrerdichte”.

Dezember stärkster Monat mit 48 Meldungen

Das am stärksten betroffene Teilstück war 2018 die S36 zwischen Judenburg und St. Michael mit 15 Meldungen. Auch in den etwas längeren Autobahnabschnitten “A2 Wörthersee” und “S6 steirischer Abschnitt” werden 15 Falschfahrer gezählt.

Der Wochentag mit den meisten Geisterfahrern war im Vorjahr der Samstag mit 66 Meldungen. Einmal mehr waren am Wochenende deutlich mehr Lenker auf der falschen Fahrbahn unterwegs als an Werktagen. Im Tagesverlauf wurden die meisten am späten Abend – zwischen 21.00 und 24.00 Uhr – gemeldet. Das geringste Geisterfahrer-Risiko gab es am zwischen 6.00 und 9.00 Uhr. Gleich an mehreren Tagen wurde im Vorjahr vier Mal vor Geisterfahrern gewarnt, doch nie öfter. Der Tagesrekord von zehn Durchsagen an einem Tag vom 25. Juni 2006 bleibt somit bestehen.

Im Bundesländerranking gab es das dritte Jahr in Folge in der Steiermark mit 84 Warnungen die meisten Meldungen, gefolgt von 81 in Niederösterreich und 57 in Oberösterreich. 45 Meldungen gab es in Kärnten, 42 in Tirol, 29 in Salzburg. Insgesamt 15 Mal wurde 2018 vor Geisterfahrern im Burgenland gewarnt, zwölf Mal in Vorarlberg, fünf Mal in Wien.

Die meisten Geisterfahrer-Meldungen gab es mit 550 im Jahr 2004. Der niedrigste Wert wurde mit 358 im Jahr 2014 registriert.

400 Tafeln warnen vor falscher Autobahnauffahrt

Mit zahlreichen Maßnahmen versucht die Asfinag, Geisterfahrten zu verhindern. Die meisten derartigen Fahrten entstehen, weil Lenker verwirrt oder alkoholisiert sind oder absichtlich auf der Autobahn wenden. 400 Tafeln warnen in Österreich davor, falsch auf die Autobahn aufzufahren, informierte die Asfinag in einer Aussendung am Mittwoch. Außerdem schlagen Sensoren auf der Fahrbahn – zumeist in Tunnel – Alarm, wenn sich ein Fahrzeug in die falsche Richtung bewegt, ebenso wie Videokameras in Tunnel. Bei einigen Autobahnabfahrten wurden zudem Geisterfahrer-Krallen eingebaut, mehr als 20 gibt es bereits. Fährt ein Fahrzeug falsch auf, fahren diese Krallen aus, beschädigen die Reifen und stoppen es.

An vier Stellen in der Steiermark, hauptsächlich bei der Südautobahn (A2), erprobt die Asfinag seit dem Vorjahr außerdem 3D-Markierungen. Diese wirken für Falschfahrer wie eine optische Barriere. Bereiche, von denen verstärkt Geisterfahrten ausgehen, werden evaluiert. Je nach Bedarf werden Beschilderungen, Beleuchtung oder Bodenmarkierung angepasst oder bauliche Änderungen durchgeführt.

Kommt es zu einer Geisterfahrt, wird dies via Verkehrsfunk bekanntgegeben. An Überkopfwegweiser und Wechseltextanzeigen werden Warnhinweise aktiviert, die Notrufsäulen entlang der Strecke blinken. Umliegende Tunnel werden auf gelb – “Achtung, Vorsicht” – oder rot – “Tunnel gesperrt” – geschaltet. Die Asfinag rät Lenkern, in solchen Fällen Ruhe zu bewahren, zu bremsen und sich auf dem rechten Fahrstreifen einzuordnen. Außerdem soll zum vorausfahrenden Fahrzeug mehr Abstand gehalten werden. Nach Möglichkeit sollen Lenker beim nächsten Park- oder Rastplatz stehen bleiben, bis Entwarnung gegeben wird.

(APA/Red)

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