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Weniger Betreuung für Gewaltopfer

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Die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt sieht sich gezwungen, die Betreuung von Opfern familiärer Gewalt weiter einzuschränken.

In den Bezirken Meidling, Hietzing, Penzing und Rudolfsheim-Fünfhaus wird die Versorgung eingestellt, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Damit gibt es nun in insgesamt acht Bezirken keine Betreuung mehr. Grund dafür ist Geld- und Personalmangel.

Bereits 2004 musste die Betreuung in sieben Bezirken ausgesetzt werden. Im folgenden Jahr gab es mehr Geld vom Bund, trotzdem konnten seit damals die Gewaltopfer aus Währing, Döbling, Floridsdorf und Liesing nicht mehr betreut werden.

Die Zahl der zu betreuenden Personen ist laut Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Opferschutzeinrichtung, im Steigen begriffen: „Im Jahr 2006 haben wir 4.177 Zuweisungen von der Polizei bekommen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 28 Prozent.“ Diese Zunahme an Fällen sei ohne eine Erhöhung der Personal-Ressourcen nicht zu bewältigen.

Eine Verbesserung der schwierigen Situation erhofft sich Logar von der neuen Bundesregierung. Diese habe im Regierungsübereinkommen vorgesehen, die finanzielle Ausstattung der Interventionsstellen an die Fallzahlen anzupassen. „Wir freuen uns über das Vorhaben und ersuchen die neue Bundesregierung, diesen Punkt möglichst rasch umzusetzen, damit in Wien wieder alle Opfer familiärer Gewalt betreut werden können“, meinte sie.

Die österreichischen Interventionsstellen wurden als Begleitmaßnahme zum Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie eingerichtet. Die staatlich anerkannten Opferschutzeinrichtungen haben die Aufgabe, die Opfer nach Polizeieinsätzen zu kontaktieren und ihnen Beratung und Unterstützung zur Verhinderung weiterer Gewalt anzubieten.

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