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Weltstädte sind ungesund

Wiens Weltstadtstatus bedeutet auch ein häufigeres Vorkommen gewisser Erkrankungen - zu diesem Schluss kam die Wiener Ärztekammer.

Wien ist eine Weltstadt – was laut Wiener Ärztekammer in Sachen Gesundheit auch negative Auswirkungen hat. Denn wie in allen größeren Metropolen gebe es in einigen Bereichen eine Erkrankungshäufigkeit, die über jener von nicht städtischen Regionen liege, betonte Kammerpräsident Walter Dorner am Freitag in einer Pressekonferenz. Mitverantwortlich dafür seien unter anderem die höhere Zahl an sozial schwachen Personen – sowie die vielen Raucher.


Einen Tag vor der – möglicherweise letzten – Verhandlungsrunde zu einem Gesamtvertrag mit der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) präsentierte die Ärztekammer Zahlen zur Situation in Wien. Diese beweisen laut Dorner, dass die Bundeshauptstadt „entsprechende finanzielle Mittel“ für das Gesundheitssystem benötige.

Besondere Bevölkerungsstruktur – besondere Probleme


Die Besonderheiten beziehen sich demnach auf eine spezielle Bevölkerungsstruktur mit speziellen gesundheitlichen Problemen. Wien hat bei bestimmten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, AIDS, Bluthochdruck die höchste Krankheits- und Sterblichkeitsrate. Melitta Bohn-Rieder, Referentin für Weltstadtmedizin in der Ärztekammer, verwies unter anderem auf die in Wien relativ hohe Zahl der sozial Schwachen, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger.


„Das Problem ist, dass Gruppen mit niedrigem sozioökonomischen Status die höchsten Krankheitsrisiken haben“, so Bohn-Rieder. Großstädter seien zudem oft mit negativen Umweltfaktoren wie Lärm, Staub, Stress und Einsamkeit belastet. Vom schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand in Wien sind vor allem Arbeiter betroffen. 60 Prozent von ihnen rauchen, ebenfalls 60 Prozent leiden an Übergewicht, 25 Prozent an Adipositas (Fettsucht). Diese Daten liegen laut Ärztekammer weit über dem österreichischen Durchschnitt.

Höhere Anzahl von älteren Menschen


Auch die Zahl der älteren Menschen sei sehr hoch: 22 Prozent der über 75-jährigen Österreicher leben demnach in Wien. Das sind rund 128.000 Personen, davon zwei Drittel Frauen. In diesen Bevölkerungsgruppen sei der Bedarf an medizinischen Leistungen am größten, hieß es.


Positive erwähnt wurde die hohe Zahl an Fachärzten in der Großstadt. Laut Ärztekammer dürfte dies mit ein Grund sein, warum in Wien im Vergleich zu ländlichen Regionen weniger ältere Menschen Seh- oder Hörprobleme haben. Generell habe Wien eine um 47 Prozent höhere Kassenarztdichte als Gesamt-Österreich, die Wiener Gebietskrankenkasse gebe aber pro Kopf nur um 17 Prozent mehr für ärztliche Hilfe aus, betonte Dorner. Dies bedeute, dass die Honorare pro Kassenarzt in Wien niedriger seien.

WGKK: Höheres Versorgungsniveau in Wien gerechtfertigt


Auch die WGKK hat am Freitag in einer Aussendung festgestellt, dass ein höheres Versorgungsniveau in Wien „gerechtfertigt“ sei. Eine Studie des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) hat demnach nachgewiesen, dass die Wiener Gebietskrankenkasse auf Grund der „großstadtbedingten Besonderheiten“ eine finanzielle Mehrbelastung von 15 Prozent hat.


Die Wiener Gebietskrankenkasse forderte daher vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger, diesen „Großstadtfaktor“ im Ausgleichsfonds der Krankenversicherung kommendes Jahr „voll zu berücksichtigen“.


Um das „hohe Angebotsniveau“ für die Wiener halten zu können, sei es jedoch auch ein Gebot der Stunde, alle jene Stellen im System ausfindig zu machen, „wo ohne Nutzen für die Patienten unnötige Kosten verursacht werden“, meinte Kassenobmann Franz Bittner. Im ambulanten Sektor könnten Einsparungen vor allem durch Verschreibung von wirkstoffgleichen, aber billigeren Generika geschehen. „Tariferhöhungen für die niedergelassenen Ärzte müssen daher mit einer deutlichen Steigerung des Generikaanteils einher gehen“ betonte Bittner.


Redaktion: Elisabeth Skoda

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