Weltspartag: Fast keine Zinsen, dafür satte Spesen

Ersparnisse sind im Sparschwein beinahe besser aufgehoben als am Konto.
Ersparnisse sind im Sparschwein beinahe besser aufgehoben als am Konto. ©APA/dpa/Peter Kneffel
Wer sich später etwas leisten will, der spart. Klassische Sparbücher können dank Gebühren jedoch schnell zum Minusgeschäft werden - und werfen auch kaum Zinsen ab.
Geschenke zum Weltspartag

Am 31. Oktober findet wieder der "Weltspartag" statt. Für täglich fällige Sparbücher gibt es praktisch keine Zinsen mehr. Lediglich Online-Sparkonten bringen noch etwas, bei zwei Anbietern vorübergehend für Neukunden bis zu rund 1,4 Prozent, zeigt ein Vergleich der Arbeiterkammer. Die AK warnt davor, dass auch bei Sparbüchern Spesen drohen können, die unterm Strich zu einem Minusgeschäft führen.

Nur drei Banken bieten mehr als 1 Prozent Zinsen

Bei Online-Sparkonten zahlen überhaupt nur drei Anbieter mehr als ein Prozent pro Jahr, und dies auch nur für Neukunden für einen begrenzten Zeitraum von drei bzw. vier Monaten, nämlich die ING-DiBa mit 1,4 Prozent, die Santander mit 1,35 und die Austrian Anadi mit 1,01 Prozent - gefolgt von weiteren Akteuren mit 0,5 oder 0,4 Prozent jährlich. Für täglich fällige Sparbücher liegen die Zinsen bei 0 bis 0,1 Prozent, für täglich fällige Sparcards bei 0 bis 0,15 Prozent.

Für Sparbücher dürfen die Banken keine Negativzinsen verlangen, erinnert die AK. Da aber die Spesen bei Sparbüchern teils beträchtlich seien, könnten Sparkonten zu einem Minusgeschäft werden, wird gewarnt. Sechs von 14 Banken würden bei der Schließung eines täglich fälligen Sparbuches keine Spesen verlangen, aber acht Banken zwischen 3,20 Euro (Banken Burgenland) und sieben Euro (Hypo Tirol). Die BKS (6,35 Euro) verrechne zusätzlich 1,28 Euro Kontoführungsgebühr pro Quartal. Kosten-Transparenz sei in dem Bereich leider keine Selbstverständlichkeit, ergebe ein Check der Banken-Websites.

Hohe Kontoführungsgebühren und Überziehungskosten

Auch bei gebundenen Sparbüchern seien die Zinsen "am Sand", so die AK am Dienstag in einer Aussendung. Bei 33 Banken liegen die Zinsen für Kapitalsparbücher auf zwölf Monate demnach im Durchschnitt bei 0,2 Prozent, für 36 Monate bei 0,5 und für 60 Monate bei 0,7 Prozent. Die Spanne für eine 12-Monats-Bindung betrage 0,05 bis 0,8 Prozent, für 36 Monate Bindung 0,125 bis 1 Prozent, für 60 Monate Bindung 0,2 bis 1,01 Prozent.

Das Vergleichsportal durchblicker.at warnte am Dienstag auch vor hohen Überziehungskosten am Konto - und den großen Unterschieden, die es hier gibt. Während die Haben-Zinsen derzeit nur im Promille-Bereich schwanken, würden sich die Angebote bei den Soll-Zinsen mit 6,625 bis 13,25 Prozent p.a. stark unterscheiden, erklärte das Portal in einer Aussendung.

Kosten beim Fondssparen können sich läppern

Auch beim Fondssparen können Gebühren für den Ankauf und Verkauf eines Fonds, den Wechsel auf einen anderen Fonds, die Verwaltung sowie das Wertpapierdepot selbst anfallen. "Die erfahrungsgemäß viel beworbene Fonds-Performance ist also nicht mit der individuellen Anleger-Rendite ident", sagt Christian Prantner von der AK. Zudem würden Produktnamen wie Fondssparen oder Fondssparbuch "fälschlicherweise die Sicherheit des Sparbuchs suggerieren", so die AK in einer Aussendung.

Banken sollten daher bei der Bewerbung ihrer Produkte auf die genaue Trennung zwischen Sparen am Sparbuch und Wertpapieranlagen trennen. "Denn manche Werbebotschaften von Banken erwecken den Eindruck, als ob Anlegen in Fonds gleichrangig sei wie Sparen am Sparbuch", sagte Prantner. Den Kunden rät der AK-Experte, sich von ihrer Bank detailliert beraten zu lassen, was die Nebenkosten eines Fondsspar-Produkts, aber auch das Risiko des Fonds, also seine Volatilität, betrifft.

(APA/red)

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