Welt-Aids-Tag: 25 Jahre Aids-Hilfen in Österreich

Derzeit kommt es in Österreich täglich zu ein bis zwei HIV-Neuinfektionen - der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember will mehr Bewusstsein schaffen.
Video: Together-Party anlässlich des Welt-AIDS-Tags
Welt-Aids-Tag 2009

Video von der “Together”-Party anlässlich des Welt-AIDS-Tags:

1983 wurde der erste Fall festgestellt, zwei Jahre später die erste heimische Aids-Hilfe-Organisation gegründet. Bis Ende Oktober 2010 erkrankten in Österreich insgesamt 2.805 Menschen an Aids; 1.529 davon sind bereits verstorben. “Mittlerweile ist HIV/Aids kein Todesurteil mehr, sondern eine behandelbare Krankheit”, betonte die Wiener Dermatologin Judith Hutterer.

Die HIV-Spezialistin der ersten Stunde verwies auf die guten Behandlungserfolge – jedenfalls “im reichen Teil der Welt”. Die seit 1996 eingesetzte Kombinationstherapie zeigte rasch gute Ergebnisse, war anfangs für die Patienten aber mit einer drastischen Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Unter den vielen Medikamenten, die mittlerweile auf dem Markt sind, kann für jeden Betroffenen eine ideale Medikation zusammengestellt werden, die vielen Betroffenen einen “normalen” Alltag und eine hohe Lebenserwartung ermöglicht. Heute sind Präparate verfügbar, die unter Umständen nur mehr einmal täglich eingenommen werden müssen. 

“Menschen fürchten sich weniger und werden leichtsinniger”

“Auch wenn eine Infektion mit HIV bis heute nicht heilbar ist, stellt die Entwicklung der therapeutischen Möglichkeiten von HIV und Aids in den letzten Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte der Medizin dar”, so die Dermatologin. Dies habe aber auch Schattenseiten: “HIV und Aids werden heute aufgrund der guten Behandelbarkeit oft bagatellisiert. Die Menschen fürchten sich weniger und handeln dadurch leichtsinniger.” Der Obmann der Aids-Hilfe-Wien. Die sieben österreichischen Aids-Hilfen leisten von Beginn an Präventions- und Aufklärungsarbeit, beraten Betroffene und führen anonyme und großteils kostenlose HIV-Tests durch.

Das internationale Motto des 23. Internationalen Welt-Aids-Tages lautet “Universal Access and Human Rights” und soll auf die Bedeutung der Menschenrechte und ihrer Einhaltung im Kampf gegen HIV/Aids sowie die Wichtigkeit eines menschlichen Umgangs mit Betroffenen aufmerksam machen. In Österreich wurde in den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 bei 344 Personen eine HIV-Infektion neu diagnostiziert – um 48 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Burgenland und in Kärnten stiegen die Zahlen allerdings leicht. Schätzungen zufolge sind bis zu 15.000 Österreicher mit HIV infiziert, zwei Drittel davon Männer.

Die österreichischen AIDS-Hilfe planen für 2011 unter anderem, das Test-Angebot für homo- und bisexuelle Männer sowie für Migranten zu verstärken. “Niedrigstschwellig und aufsuchend” soll an potenziell gefährdeten Zielgruppen herangetreten und Aufklärungsarbeit geleistet werden. So sollen beispielsweise in Asyleinrichtungen freiwillige Tests plus Beratung angeboten werden. Pro Jahr werden in Österreich etwa eine Million HIV-Antikörper-Tests durchgeführt; viele davon allerdings bei Menschen mit wenig Risiko.

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