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Weiterhin mehr als 400.000 Arbeitslose in Österreich

Mitte September gab es noch mehr als 400.000 Arbeitslose in Österreich.
Mitte September gab es noch mehr als 400.000 Arbeitslose in Österreich. ©APA
Aktuell sind 403.398 Personen beim AMS gemeldet, das sind um rund 75.000 mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zur Vorwoche sank die Zahl der Arbeitslosen um 560.

Über den Sommer ist die Arbeitslosigkeit am coronabedingt massiv beeinträchtigten Arbeitsmarkt gegenüber dem bisherigen Höhepunkt der Krise Mitte April weiter zurückgegangen. Aktuell sind beim Arbeitsmarktservice (AMS) 403.398 Jobsuchende gemeldet - um 560 weniger als vor einer Woche, aber um 75.000 mehr als vor einem Jahr, wie Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) heute bekanntgab. Zusätzlich sind 296.486 Menschen in Kurzarbeit - um 92.000 weniger als in der Vorwoche.

Über 400.000 Arbeitslose Mitte September in Österreich

Von den derzeit über 400.000 Arbeitslosen nehmen 58.512 Menschen Schulungen in Anspruch. Die Daten präsentierten Arbeitsministerin Aschbacher und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ebenfalls ÖVP) in einer Pressekonferenz und verwiesen dabei auf eine "halbwegs solide Entwicklung" für Mitte September.

Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit sei - "entgegen den Erwartungen der Experten" - noch nicht eingetreten. "Seit Mitte April haben wir rund 185.000 wieder in Beschäftigung bringen können", berichtete Aschbacher. Doch: "Der Herbst beziehungsweise der Winter wird herausfordernd", betonte die Ministerin unter Verweis auf saisonale Effekte zusätzlich zur Coronakrise. "Wir befinden uns nach wie vor in einer Ausnahmesituation und in einer Weltwirtschaftskrise, die uns das Coronavirus beschert hat."

Am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen seien nach wie vor der Tourismus, aber auch die Logistikbranche, die Kunst- und Unterhaltungsbranche sowie die Freizeitwirtschaft. "Speziell der Städte- und Kongresstourismus leiden", strich Köstinger hervor. Wien habe bei den Nächtigungen einen Rückgang von 86 Prozent verbucht. "Das ist schon sehr existenzbedrohend."

kurzarbeit weiter hoch im Kurs

Dank der Kurzarbeit seien aber alleine im Tourismus fast 100.000 Jobs gesichert worden. "Die Kurzarbeit war das absolut wichtige und richtige Instrument", sagte Köstinger. "Die Kurzarbeit wird um weitere sechs Monate verlängert, das wird uns über den Winter bringen."

"Ab Oktober wird es möglich sein, die Anträge für die Phase 3 der Corona-Kurzarbeit zu stellen", erinnerte Aschbacher. Bei der Abrechnung bisher liegt das Ministerium bei über 4,7 Mrd. Euro - 97 Prozent der Anträge seien bearbeitet.

Am intensivsten beansprucht wird die Kurzarbeit der Ministerin zufolge im Bereich Warenherstellung - mit rund 140.000 Personen, was aber gegenüber dem Höchststand ein Minus von rund 100.000 bedeute. Im Tourismus seien derzeit rund 28.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

In der Krise stünden neben der Kurzarbeit der Neustartbonus und die Corona-Arbeitsstiftung als Instrumente zur Verfügung, um die Arbeitslosigkeit abzufedern. Speziell für die stark betroffenen Branchen soll in der neuen Phase der Kurzarbeit ab Oktober die Mindestarbeitszeit von 30 Prozent "unterschritten werden können, zum Beispiel wird für die Stadthotellerie vielleicht 10 Prozent notwendig sein", so Aschbacher.

Mit dem Neustartbonus werde unterstützt, dass die Menschen aus der Arbeitslosigkeit wieder in Beschäftigung kommen - wenn beispielsweise jemand eine 50-Prozent-Anstellung bekomme, erhalte er vom AMS das Gehalt aufgestockt auf 80 Prozent des vorherigen Gehalts. "Das ist vor allem von Menschen im Tourismus in Anspruch genommen, zum Beispiel in Wien, wenn ein Unternehmen nur übers Wochenende geöffnet hat", sagte die Ministerin. Für den Neustartbonus stünden 30 Mio. Euro zur Verfügung, "mit denen wir bis zu 15.000 Menschen wieder in Beschäftigung bringen wollen in den nächsten Jahren". Es sei jedoch wichtig, den Bonus zu überarbeiten.

Die Ministerin appellierte weiters an Arbeitssuchende, die Zeit jetzt zu nutzen und in die Corona-Arbeitsstiftung zu gehen, die sie als größte Weiterbildungsoffensive der vergangenen Jahrzehnte bezeichnete. Dort könne man sich weiterentwickeln und qualifizieren - "zum Beispiel im Tourismus mit Digitalisierungskurse und Sprachkursen".

(APA/Red)

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