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Weiterhin Angriffe auf US-Truppen im Irak

Ein Besatzungssoldat ist am späten Mittwochabend in Bagdad in einen Hinterhalt geraten und getötet worden, wie das US-Militärkommando am Donnerstag mitteilte.

Ein weiterer US-Soldat sowie ein irakischer Dolmetscher wurden dabei verletzt. US-Soldaten haben bei einer Offensive gegen Widerstandsnester drei Freischärler getötet und einen weiteren verwundet. Die Guerillakämpfer seien am Mittwoch bei dem Versuch getötet worden, in der nordirakischen Stadt Mosul einen Anschlag zu verüben.

Ein Exponent der stärksten schiitischen Gruppierung wurde nach deren Angaben von Anhängern des Ex-Präsidenten Saddam Hussein getötet worden. Ein Sprecher des „Obersten Rates der Islamischen Revolution im Irak” (SCIRI) sagte am Donnerstag, Muhannad al Hakim, ein Verwandter des SCIRI-Chefs und amtierenden Vorsitzenden des provisorischen „Regierungsrates”, Abdulaziz al Hakim, sei am Mittwoch nahe seiner Wohnung im Bagdader Stadtbezirk Amil erschossen worden. Zuvor habe er Morddrohungen von Anhängern Saddam Husseins erhalten, der am Samstag von US-Truppen gefangen genommen worden war.

US-Truppen haben die Stadt Samarra umstellt und in der Operation „Ivy Blizzard” Jagd auf die dort vermuteten 1.500 Untergrundkämpfer gemacht. „Samarra ist so etwas wie ein Stachel in unserer Flanke”, sagte Oberstleutnant Nate Sassaman am Donnerstag.

Der von den USA eingesetzte „Regierungsrat” beschloss die Schaffung eines Kriegsverbrechertribunals, vor dem Saddam Hussein der Prozess gemacht werden könnte. Auch ausländische Richter könnten in das Tribunal berufen werden, sagte Ratsmitglied Adnan Pachachi. Das Gericht werde öffentlich tagen, fügte er hinzu.

Ein Anwalt aus dem Golfstaat Bahrain will gemeinsam mit anderen arabischen Juristen den irakischen Ex-Präsidenten vor Gericht verteidigen. „Ich spreche mit Anwälten aus Ägypten, Jordanien und anderen arabischen Ländern darüber, ein Team von Verteidigern für Saddam zu bilden”, sagte Mohammed Redha Abu Hussein am Donnerstag. „Unser Ziel ist es nicht nur, Saddam zu verteidigen, sondern auch die falsche Außenpolitik der USA in unserer Region bloß zu legen”, sagte der auf internationales Recht spezialisierte Advokat. Den USA warf Abu Hussein vor, Saddam lange unterstützt zu haben.

Saddam Hussein ist von der Liste der Nachfahren des Propheten Mohammed offiziell gestrichen worden. Einen entsprechenden Beschluss fasste die zuständige genealogische Gesellschaft „Ashraf”. Der gestürzte Diktator habe die Zugehörigkeit zur Deszendenz des Religionsgründers und den damit verbundenen Ehrentitel „Sayyed” durch Stammbaumfälschung „usurpiert”, erklärte der Vorsitzende der Institution, Scherif Najeh Mohammed Hassan al Faham al Aaraji.

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