Weitere Österreicher aus Libyen ausgeflogen

Am Dienstagabend sind erneut Österreicher, die sich zum Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis durchschlagen konnten, in Wien angekommen.
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109 Passagiere – zahlreiche EU-Bürger und Österreich – landeten am Abend mit einer AUA-Maschine in WienSchwechat und berichteten von chaotischen Szenen am libyschen Flughafen.

Trotzdem blieb wider Erwarten fast die Hälfte der 196 Plätze der AUA-Maschine laut AUA-Pressesprecher Michael Braun leer. Ob die Austrian Airlines auch am Mittwoch nach Libyen fliegen werden, entscheidet die Fluglinie je nach Sicherheitslage in der Früh, erklärte Braun.

“Ab halbvier Nachmittags sind wir nicht mehr aus dem Haus gegangen, denn da begannen die Schießereien”, berichtete Tanja Lavi aus Wien, die mit ihrem fünfjährigen Sohn ihren Mann in Tripolis besucht hat. Am nächsten Tag hätten sie dann die ausgebrannten Autos und abgebrannten Häuser gesehen, erzählte sie. Gefürchtete habe sie sich vor allem am Flughafen von Tripolis: “Da waren Horden von Leuten, die alle raus wollten und gedrückt und gedrängt haben, das war beängstigend”, erzählte sie. Eine befreundete Krankenschwester hätte ihr von den von Bomben zerfetzten Leichen erzählt, die in Bengasi ins Krankenhaus gebracht wurden.

Glücklich aus Libyen rausgekommen zu sein war auch Jaroslav Reif. Der 19-jährige Tscheche, dessen Vater als Diplomat in Tripolis arbeitet, berichtete von schwarzafrikanischen Söldnern auf den Straßen der libyschen Hauptstadt. “Unter Tags ist es einigermaßen ruhig in Tripolis, aber in der Nacht hört man ständig Schüsse”, erzählte er und meinte: “Die Situation ist völlig verrückt und außer Kontrolle.”

Sicher habe er Angst gehabt, als er die Gewehre gesehen habe, erzählte auch der US-Amerikaner Ahmed Elmarzouky. Als Amerikaner oder Europäer sei man an den zahlreichen Checkpoints jedoch relativ sicher, erzählte er.

“Nur froh, hier zu sein”, war auch eine Libyerin mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die mit ihren Kindern aus Tripolis angekommen ist, jedoch aus Angst nichts weiteres erzählen wollte. (APA)

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