Weitere Plädoyers für Angeklagte im BAWAG-Prozess

Am Mittwoch, dem 114. Tag im BAWAG-Prozess, stehen vier weitere Schlussplädoyers auf dem Programm: Die Verteidiger Johann Zwettler, Gerald Toifl und Mario Schmieder sowie Rudolf Breuer, Verteidiger von Ex-BAWAG-Generalsekretär und Ex-BAWAG-Vorstand Peter Nakowitz.

Das Schlussplädoyer für Ex-ÖGB-Finanzchef Günter Weninger wird von dessen Verteidiger Richard Soyer vorgetragen werden. Zwettler und Weninger haben bereits Teilgeständnisse abgelegt. Zwettler hatte sich teilweise der Untreue, Weninger der Bilanzfälschung schuldig bekannt.

Den Abschluss wird am Mittwoch der Verteidiger von Ex-BAWAG-Vorstand Christian Büttner, Erich Müller, mit dem Plädoyer für seinen Mandanten machen. Die restlichen vier Schlussplädoyers – für die Ex-BAWAG-Vorstände Hubert Kreuch und Josef Schwarzecker, den Spekulanten Wolfgang Flöttl und Ex-Bankprüfer Robert Reiter – folgen am Donnerstag. Ein Urteil wird für nächste Woche erwartet.

Ruth Elsner, Ehefrau des Hauptangeklagten, sieht ihren Mann Helmut Elsner ungerecht behandelt. Einen Freispruch für den ehemaligen BAWAG-Generaldirektor könne sie angesichts der langen Prozessdauer und “der Dinge vor dem Prozess” fast ausschließen, sagte sie in der “ZiB2” des ORF. “Es sind so viele Dinge passiert um meinen Mann, auch Rechtsbrüche, dass ich hier Willkür sehe.”

Ihr Mann habe nur versucht, “ein Unternehmen, das in Schwierigkeiten geraten ist, in ruhiges Fahrwasser zu bringen”, verteidigte sie die Verheimlichung der hohen Spekulationsverluste. Außerdem habe er verhindern wollen, dass Bank-Mitarbeiter gekündigt werden.

Dass Elsner 1995 überhaupt die Sondergeschäfte mit Wolfgang Flöttl wieder aufgenommen hatte, verteidigte Ruth Elsner auch: Man habe Flöttl ihrem Mann ja “angedient”, er habe schon unter seinem Vater Walter Flöttl, Elsners Vorgänger an der Bankspitze, erfolgreich Geschäfte mit der BAWAG gemacht.

Am Ärger über die Vorgänge in der BAWAG sind für Ruth Elsner Medienberichte und Politiker verantwortlich. Alfred Gusenbauer habe als SPÖ-Chef im März 2006 den “Startschuss für eine Hetzjagd” auf ihren Mann gegeben. Von allen Angeklagten sei nur ihr Ehemann in U-Haft, kritisierte sie.

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