Weitere Leichen nach Zugunglück in Kanada gefunden

Die Suche in den Trümmern geht weiter
Die Suche in den Trümmern geht weiter
Nach dem verheerenden Zugunglück in der kanadischen Kleinstadt Lac-Megantic hat die Polizei vier weitere Leichen in den Trümmern gefunden. Insgesamt wurden damit seit dem Unglück 42 Todesopfer geborgen. Nach Angaben eines Gerichtsmediziners wurden bisher 19 von ihnen identifiziert.


Ein mit Rohöl beladener Zug war in der Nacht zum 6. Juli führerlos durch Lac-Megantic gerast und entgleist. Mehrere Kesselwagen explodierten, wodurch ein Großbrand ausgelöst wurde. Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass rund 50 Menschen getötet wurden. Wegen der Verwüstungen durch die Explosion und das Feuer gestaltet sich die Identifizierung der Leichen schwierig.

Das Unglück löste auch eine Debatte über Sicherheitsvorkehrungen im Bahnverkehr aus. Der Chef des US-Bahnunternehmens The Montreal, Maine and Atlantic (MMA), dem der Unglückszug gehörte, erklärte in der vergangenen Woche, die Handbremsen seien nicht ordnungsgemäß angezogen gewesen. Dafür sei der Lokführer verantwortlich.

Die beiden größten Bahnunternehmen Kanadas überarbeiten angesichts des Unglücks derzeit ihre Sicherheitsrichtlinien. Canadian National (CN) teilte am Donnerstag mit, die bereits “robusten Vorschriften” würden derzeit geprüft.

Das Unternehmen Canadian Pacific Railway (CP) hat Berichten zufolge bereits neue Richtlinien erlassen. Es sei nun verboten, auf Hauptbahnstrecken Züge mit Gefahrgut abzustellen, berichtete die Zeitung “Globe and Mail”. Falls ein Zug für mehr als eine Stunde ohne Aufsicht bleibt, müssen demnach die Handbremsen angezogen werden. Ein CP-Sprecher sagte außerdem, unbeaufsichtigte Lokomotiven, die nicht in Bahnhöfen oder Depots stünden, würden künftig verschlossen.

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