Lawinengefahr: Situation entspannt sich

Bregenz - Die Lawinengefahr in Vorarlberg hat sich weiter entschärft. In der Nacht auf Dienstag hat es kaum mehr geschneit. Auch Gargellen ist seit Dienstagmorgen wieder erreichbar.
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In Gargellen tagte am Dienstagmorgen die Lawinenkommission. Diese hat entschieden, dass die Sperre der Straße  nach Gargellen nicht mehr nötig ist.  Die Zugstrecke zwischen Bludenz und Landeck wird voraussichtlich bis Dienstagmittag gesperrt bleiben. 

Vorarlberg am Montag von Restösterreich abgeschnitten

Nach einer weiteren Nacht mit intensiven Schneefällen war Montag früh Vorarlberg vom Rest Österreichs abgeschnitten. Nach der Beseitigung der auf die Arlberg-Schnellstraße (S16) gestürzten Bäume konnte die Straße laut Autobahnpolizei kurz vor 12.00 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Nach der Sperre der Arlberg-Schnellstraße (S16) zwischen Langen und Wald am Arlberg – es waren Bäume auf die Straße gestürzt – war eine Zufahrt zum Arlbergtunnel vorerst nicht möglich. Ab Langen war die Straße bereits seit Sonntagabend geschlossen. Da auch die Arlbergbahnstrecke laut Mitteilung der ÖBB voraussichtlich am Montag gesperrt bleiben wird, gab es vorerst keine aufrechte Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol. Die Bundesbahnen ersuchten die Fahrgäste, keine Reisen über den Arlberg anzutreten.

Heeres-Hubschrauber wirbeln Schnee von Bäumen

Nachdem zwei Hubschrauber des Bundesheeres allerdings den Schnee von den umgedrückten Bäumen abgewirbelt hatten, war die Räumung der S16 möglich, sagte Michael Kerschat, Sprecher des Landesmilitärkommandos Vorarlberg. Noch in der Nacht war eine erste Räumungsaktion aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden.

Die Autobahnpolizei befürchtete bei der Öffnung der Straßenverbindung allerdings ein Verkehrschaos. Zwar sei die Fahrbahn schneefrei, angesichts der zahlreichen Lkw auf den Rastplätzen werde man aber mit großen Verzögerungen rechnen müssen. Die Arlbergbahnstrecke blieb am Montag jedenfalls gesperrt, durch die Freigabe der S16 konnte allerdings wieder ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Gegenüber VOL.at gab sich Rene Zumtobel, Pressesprecher der ÖBB für Vorarlberg, Tirol und Salzburg, zuversichtlich, dass die Arlbergbahnstrecke bald wieder frei sein könnte.

Entwarnung im Montafon, Lech und Zürs

Eine erste Entwarnung gab es auch im Montafon. Nach der Absprengung von Lawinen war die Silvrettastraße (L188) nach 11.00 Uhr wieder befahrbar, erklärte der Bürgermeister von Schruns, Karl Hueber, gegenüber der APA. Damit war das Hochmontafon – die Ortschaften St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen – wieder zugänglich. Der Schnee habe sich verfestigt, die Lage müsse aber bei steigenden Temperaturen am Nachmittag neu beurteilt werden, so Hueber.

Am Montagnachmittag waren auch die eingeschneiten Vorarlberger Arlberg-Orte Lech, Zürs, Stuben und Klösterle wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Sowohl die Arlbergstraße (L197) als auch die Lechtalstraße (L198) konnten in den dafür notwendigen Abschnitten geräumt und um 15.30 Uhr für den Verkehr freigegeben werden, erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel auf APA-Anfrage.Muxel hatte sich bereits zu Mittag optimistisch gezeigt, dass die Sperren noch am Montag aufgehoben werden würden. In Vorarlberg blieb damit vorerst einzig Gargellen im Montafon von der Umwelt abgeschnitten. In Gargellen wird Dienstag früh erneut über die Situation befunden.

Gewaltige Mengen Neuschnee – aber Ende der Schneefälle in Sicht

Laut Andreas Pecl vom Landeswarndienst fielen in der Nacht auf Montag Neuschneemengen von 30 bis 40 Zentimeter, in Langen am Arlberg waren es 60 Zentimeter. Seit Donnerstag sammelten sich in den Vorarlberger Bergen damit zwischen zwei und drei Meter Neuschnee an. Es galt weiterhin Lawinenwarnstufe 4, spontane Lawinenabgänge waren jederzeit möglich. Am Montag wurde allerdings mit einer Wetterbesserung gerechnet.

Manfred Bauer von der ZAMG äußert sich zur aktuellen Schneesituation wie folgt: “An einigen unserer Wetterstationen wurde in den letzten 30 Jahren nicht mehr so viel Schnee im Jänner gemessen, in Nauders und Galtür sogar in den letzten 60 Jahren nicht. Nimmt man nicht die Schneehöhe, sondern die Neuschnee-Summe der letzten vier Tage, also wie viel Schnee jeden Tag in Summe dazugekommen ist, sieht man ebenfalls wie ungewöhnlich dieses Ereignis ist: Am Arlberg zum Beispiel sind diese Vier-Tages-Neuschnee-Summen alle 5 bis 10 Jahre zu erwarten, Richtung Reschenpass überhaupt nur alle 20 bis 25 Jahre.”

Arnold Tschofen von der ZAMG in Bregenz erwartet für die Arlbergregion heute abklingende Schneefälle und rechnet für Mittwoch und Donnerstag mit idealen Skibedingungen – ohne weitere Niederschläge. Wie er VOL.at erklärte, lag Vorarlberg die letzten Tage in einer Südwest-Strömung. Warme und feuchte Luft vom Atlantik entlud sich über Vorarlberg und brachte große Schneemengen. Da diese Atlantikluft relativ warm war stieg auch die Schneefallgrenze – in den Tallagen regnete es daher auch überdurchschnittlich viel.

VOL.at war bei einem Presseflug des östereichischen Bundesheeres dabei. Das Bundesheer führt aufgrund der Lawinensituation Erkundungsflüge durch um die Lawinengefahr einschätzen zu können. 

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