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Weihnachtliche Rekordjagd im Briefzentrum

&copy Vienna Online
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Pünktlichkeit statt Beschaulichkeit - Adventzeit bedeutet für die Post vor allem eines: Jede Menge Arbeit - vergangenen Jahr betrug die Briefmenge allein am 17. Dezember 5,4 Millionen Stück.

„Weihnachten ist anders“, sagt Wilhelm Paulik. Und er hat damit völlig recht. Denn Paulik ist Leiter des Briefzentrums der Post AG in Wien-Inzersdorf. Beschaulichkeit wird man auf dem 30.000 Quadratmeter großen High Tech-Gelände in den Wochen vor dem Heiligen Abend vergeblich suchen. Die Adventzeit dient nämlich meist dazu, alte Rekorde zu brechen. Für die 1.200 Mitarbeiter durchaus eine Herausforderung: Im vergangenen Jahr betrug die Briefmenge allein am 17. Dezember 5,4 Millionen Stück.

„Abend!“, ruft Paulik seinen Mitarbeitern zu. Die Lautstärke in der riesigen Halle lässt oft nur freundliches Kopfnicken als Antwort zu. Aber viele der Kollegen wollen gar nicht gegrüßt werden. Es ist ihnen völlig egal, ob man ihnen fasziniert und ehrfürchtig beim Arbeiten zusieht oder sie mit Ignoranz straft. Sie kennen weder gute noch schlechte Laune. Der Quersorter etwa, die Kommissionieranlage, die Videocodiermaschine oder die insgesamt sechs Kilometer Förderband. Paulik ist stolz auf das Innenleben des gelben Riesen am südlichsten Zipfel der Bundeshauptstadt: „Wir sind das größte Briefzentrum Europas, das auch funktioniert.“ Bei London gibt es noch ein größeres, weiß er, aber das steht immer noch still. „Die haben ziemliche Probleme.“

Anlage kostete 121 Mio. Euro

Anlaufschwierigkeiten gab es in Inzersdorf auch. Die Monate nach der Eröffnung im September 2002 waren hart für alle Beteiligten. 121 Mio. Euro hat das Großprojekt gekostet – und dann kamen nur 68 Prozent aller Briefe am Folgetag beim Empfänger an. Die verordneten 95 Prozent schienen utopisch – heute sind sie Alltag. „Objektive Laufzeitmessung“ und „Selbstkontrolle“ lauten die Zutaten für eine langfristige Erfolgsgeschichte. Deshalb sausen unter anderem jährlich 30.000 mit Sendern ausgestattete Testbriefe durch die Anlage.

Bei all dem nahezu perfekt funktionierenden, lückenlosen und voll automatisierten Betrieb registriert man fast schon mit wohliger Erleichterung, dass es ohne Menschen ja doch nicht geht. Es gibt sie noch, die Abteilungen, wo jene Briefe, die von den Lesegeräten nicht erfasst wurden oder eine Spezialbehandlung genießen, von Hand geprüft werden müssen. Diese technologiefreien Zonen lassen blasse Erinnerungen an frühere Zeiten aufkommen, wo zum Beispiel am Westbahnhof wesentlich mehr Postler mit wesentlich mehr Muskelkraft wesentlich weniger Leistung erbringen konnten. Nein, den alten Zeiten weine er keine Träne nach, sagt ein Mann an der Verladerampe. Er hat die Übersiedlung mitgemacht und will nicht mehr tauschen. Schließlich muss er die schweren Container nicht mehr eigenhändig durch die Gänge ziehen, sondern füttert einfach einen elektronisch gesteuerten Gehilfen mit der Ladung.

Wie von Geisterhand gesteuert werden Briefe in allen Größen von den Förderbändern in genau die richtigen orangefarbenen Kisten dirigiert. Zu Hunderten rasen diese dann kreuz und quer durch das Briefzentrum, biegen ab, flitzen durch Lichtschranken, kippen um, werden gestapelt, ausgeleert, eingeräumt. Rund um die Uhr. Lediglich von Samstag 18.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr stehen die Maschinen still. Nicht aber im Dezember. Da gibt’s keine Pause. Denn, wie Herr Paulik schon richtig sagte: „Weihnachten ist anders.“

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