Weißes Haus zog Nominierung Garganos als Botschafter zurück

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Der Immobilienunternehmer Charles Gargano (73) wird offensichtlich doch nicht neuer US-Botschafter in Wien. Das Weiße Haus habe die Nominierung Garganos für den Posten zurückgezogen.

Der Botschafterposten ist seit November vergangenen Jahres unbesetzt, als Susan McCaw vorzeitig in die Vereinigten Staaten zurückkehrte.

Eine weitere Nominierung sei bis nach der Angelobung des neuen Präsidenten im Jänner 2009 nicht geplant, berichtete der “Presse”-Korrespondent weiter. Als Grund für den Rückzug des 73-Jährigen seien in Washington “persönliche Gründe” genannt worden. Inoffiziell sei jedoch verlautet, dass es Probleme mit dem außenpolitischen Ausschuss des Senats gebe, der jede Botschafter-Nominierung bei einem Hearing bestätigen muss. Der demokratische Vorsitzendes Joe Biden habe wissen lassen, dass der Terminkalender des Ausschusses voll sei und die Sache Gargano-Nominierung keine Priorität habe.

Der US-Botschafterposten in Wien wird normalerweise nicht mit Karrierediplomaten besetzt, sondern er gilt als Belohnung für gute Dienste, das heißt großzügige finanzielle Unterstützung des Präsidenten. Dementsprechend saßen auf dem Wiener Botschaftersessel oft reiche Geschäftsleute. Der Immobilienunternehmer Gargano, ein gebürtiger Italiener, sollte der Unternehmerin und Millionärsgattin Susan McCaw nachfolgen, die von 2005 bis zum Herbst 2007 US-Botschafterin in Wien war.

Der scheidende US-Präsident George W. Bush hatte Gargano Anfang November vergangenen Jahres zum neuen Botschafter der Vereinigten Staaten in Österreich nominiert. Gargano hätte immerhin geringe diplomatische Erfahrung aufzuweisen gehabt. Er war nämlich von 1988 bis 1991 Chef der US-Vertretung in Trinidad und Tobago. Gargano ist Vizepräsident der US-Hafenbehörde von New York und New Jersey. Als Chef der öffentlichen Immobiliengesellschaft “Empire State Development Corporation” spielte er nach den Terroranschlägen des 11. September beim Wiederaufbau Manhattans eine führende Rolle.

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