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Weg frei für Inzko als Bosnien-Beauftragter

Der Weg für den österreichischen Diplomaten Valentin Inzko zum internationalen Bosnien-Beauftragten ist offenbar frei: Die USA scheinen einverstanden mit seiner Ernennung. Wie wird er den politischen Alltag im "Land des erhöhten Blutdrucks" gestalten? Weitere News: Biographie Valentin Inzko Was sind die Aufgaben des "Hohen Repräsentanten" in Bosnien?Ernnenung zum Beauftragten bereits nächste Woche

Der Weg für den österreichischen Diplomaten Valentin Inzko zum internationalen Bosnien-Beauftragten scheint frei zu sein. Wie das Außenministerium gegenüber der APA am Mittwoch erklärte, haben die USA “informell grünes Licht” für die Ernennung gegeben. Damit ist die Bestellung des EU-Kandidaten zum “Hohen Repräsentanten” der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina so gut wie fix.

 Bosnische Medien hatten berichtet, dass die USA angeblich einer “stärkeren politischen Persönlichkeit, einem Kandidaten mit größerem diplomatischen und politischen Ansehen” den Vorzug für das Amt in Sarajevo geben wollten. Inzko war daraufhin laut den Berichten in den vergangenen Tagen in die USA gereist.

Die Amerikaner hätten in Folge eine wichtige Bedingung gestellt. Inzko habe versprechen müssen, dass er vom Gebrauch der “Bonner Powers” keinen Abstand nimmt, die dem internationalen Bosnien-Beauftragten die Entlassung von Staatsfunktionären und die Erlassung von Gesetzen ermöglichen, hieß es unter Berufung auf Diplomatenquellen in Brüssel.

Der offizielle Beschluss über den internationalen Bosnien-Beauftragten soll Ende März bei der nächsten Sitzung des Friedensimplementierungsrates (PIC) in Sarajevo erfolgen, hieß es weiter. Dem PIC gehören 55 Staaten an, er soll die Umsetzung des Friedensvertrages von Dayton (1995) überwachen.

Der Kärntner Slowene Inzko war 1996-1999 der erste Nachkriegsbotschafter Österreichs in Bosnien. Der derzeitige Botschafter in Slowenien wurde von der Europäischen Union für das Amt des internationalen Bosnien-Beauftragten vorgeschlagen, nachdem der bisherige Amtsinhaber Miroslav Lajcak Ende Jänner das Amt des slowakischen Außenministers übernommen hatte.

Außenminister Michael Spindelegger (V) wurde zur nunmehr offenbar feststehenden Bestellung Inzkos im “Kurier” (Mittwoch-Ausgabe) und in der bosnischen Zeitung “Dnevni avaz” mit den Worten zitiert: “Das ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit und Erfahrung Botschafter Inzkos. Es ist auch ein deutliches Zeichen der Anerkennung für Österreichs Rolle und unser Ansehen am Balkan.”

Seit rund drei Jahrzehnten befasst sich der aus Suetschach im Rosental stammende zweifache Vater schwerpunktmäßig mit dem Balkan-Raum. Der promovierte Jurist und Absolvent der Diplomatischen Akademie in Wien war Presseattache an der österreichischen Botschaft in Belgrad (1982-86), Leiter einer Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im serbischen Moslem-Gebiet Sandschak (1992), Botschafter in Sarajevo (1996-99) und schließlich Leiter der Südosteuropa-Abteilung im Wiener Außenamt (1999-2005).

Diplomatische Erfahrungen sammelte Inzko auch im UNO-Entwicklungshilfebüro in der Mongolei (1974-78) und Sri Lanka (1978-80), an der österreichischen UNO-Vertretung in New York (1986-89) sowie als Vizechef der Presseabteilung des Wiener Außenamts (1989-90). Von 1990 bis 1996 baute er in Prag das dortige Österreichische Kulturinstitut auf, das im Jahr 1993 eröffnet wurde. Seine bisher letzte Station war die österreichische Botschaft in Ljubljana, die Inzko seit Anfang 2005 leitet.

Inzkos diplomatisches Geschick wurde in Ljubljana auf eine harte Probe gestellt, musste er doch als Kärntner Slowene die Versäumnisse der österreichischen Politik in der Ortstafel-Frage gegenüber der slowenischen Öffentlichkeit verteidigen. Er schaffte den Spagat, indem er unter anderem die “positive Rolle” lobte, die der mittlerweile bei einem Verkehrsunfall verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) bei der Verwirklichung von Minderheitenrechten gespielt habe.

Als Haider im September 2006 die Parole “Kärnten wird einsprachig!” ausgab, entzog Inzko dem Landeshauptmann gar in einem offenen Brief das Du-Wort, und schrieb ihm ins Stammbuch: “Wenn Gott es gewollt hätte, hätte er für die ganze Welt eine einzige Sprache erschaffen. In Kärnten schuf er zwei. Seien wir doch stolz darauf”, betonte Inzko, der neben den beiden Kärntner Landessprachen auch Englisch, Französisch, Serbokroatisch, Russisch und Tschechisch spricht.

 

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