Wasserschaden: Albertina evakuiert die ganze Sammlung

Abdeckung des Albertina-Depots in Wien
Abdeckung des Albertina-Depots in Wien ©APA
Durch den Wasserschaden im Hauptdepot der Wiener Albertina ist ein riesiger Bestand unbezahlbarer Kunstwerke in Gefahr. Die Albertina lagert nun ihre weltberühmte Sammlung aus und evakuiert die Depots komplett.

Diese schwere Entscheidung hat Direktor Klaus Albrecht Schröder am Mittwochnachmittag getroffen. Der Ausstellungsbetrieb werde nicht beeinträchtigt, versicherte eine Sprecherin des Museums gegenüber der APA. Die Sammlung werde außerhalb des Hauses an einem Ort in Österreich gelagert.

Die Totalevakuierung soll morgen beginnen. Angesichts des riesigen Umfangs der Sammlung – 950.000 Kunstwerke – könne aber noch nicht gesagt werden, welche Zeit sie in Anspruch nehmen werde. Ebenso wenig könne derzeit gesagt werden, wie lange die Untersuchungen und Sanierungsarbeiten im Depot dauern werden.

Bei seiner Fertigstellung im Jahr 2005 galt der Tiefspeicher der Albertina als modernster und konservatorisch optimaler Aufbewahrungsort für heikle Kunstwerke. Vollautomatik, größtmögliche Sicherheit und optimale klimatische Bedingungen bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, einer Temperatur von 19 Grad Celsius und Überdruck, um Staubentwicklung zu unterbinden, schonender Transport und praktische Verwaltung dreizehn Meter unterhalb der Erde – um 5,1 Millionen Euro bekam die Albertina “das einzige Depot seiner Art”, wie Schröder damals betonte. Vier Jahre später steht der Speicher vor der Totalevakuierung, nachdem im Zuge von starken Regenfällen an mehreren Stellen Wasser eingetreten ist.

Ein ausgetüfteltes Hochregallager mit computergesteuertem Bediensystem hatte ab Juni 2005 die 950.000 Werke der Albertina auf rund vierhundert Quadratmetern aufgenommen. Danach sollte das Depot nicht mehr betreten werden – außer zu Wartungs- und Reparaturarbeiten. Von einem Roboter werden die in chaotischer Lagerung platzsparend sortierten Kunstwerke ohne Erschütterung aus dem in sich geschlossenen System in die Studiensäle gebracht. “Man weiß nicht, wo der Dürer-Hase liegt”, erklärte Schröder das System bei der Übersiedlung. Die Kunstwerke in den Kartons werden nach Entnahmefrequenz selbstständig in den Regalen verteilt. Höchstens eine Minute dauert der Fördervorgang in die angeschlossenen Studiensäle.

Ursprünglich war der Innenausbau des Tiefspeichers bis 2011 geplant gewesen, doch dank Mitteln der zuständigen Ministerien sowie privater Unterstützung konnte das 5,1 Millionen Euro teure Projekt vorgezogen werden. 1,7 Millionen Euro kamen von der Burghauptmannschaft, 3,4 Millionen von der Albertina selbst. Nach einem Probebetrieb wurde der Speicher im Frühjahr 2006 in Betrieb genommen und anschließend der Studiensaal eingerichtet, wofür von Sponsoren 600.000 Euro zugeschossen wurden. Burghauptmann Wolfgang Beer hatte sich im Zuge des Albertina-Umbaus dafür stark gemacht, auch den Aushub für den Tiefspeicher und das Studiengebäude vorzunehmen, obwohl bis zehn Minuten vor Spatenstich die “buchhalterische Sicherheit” für die Finanzierung nicht stand – wofür er später vom Rechnungshof kritisiert wurde.

“Man kann nicht alle Fehler ausschließen, nur nach menschlichem Ermessen alles tun”, gab Beer heute im Gespräch mit der APA an. Er selbst wurde war in den Entscheidungsprozess über die Evakuierung “nur am Rande eingebunden”, ein Risiko könne man “in solchen Fällen nie ganz ausschließen, vor allem solange wir nicht wissen, wo das Wasser wirklich ist”, so Beer. Er gehe davon aus, dass sich auf der unterirdischen Deckenfläche ein See gebildet habe, “jetzt versuchen wir alles, um die undichte Stelle zu finden.” Seit der Fertigstellung des Tiefspeichers habe es “sehr viel stärkere Regenfälle gegeben”, das Eintreten des Wassers müsse nun also mit einer Funktionsstörung zusammenhängen.

Die Wasserschäden, die gestern, Dienstag, an “verschiedenen Stellen” des Speichers aufgetreten sind und derzeit konkret zwei bereits evakuierte Sektionen betreffen, führten zu einem massiven Ansteigen der Luftfeuchtigkeit, beschädigt wurden vor der Evakuierung allerdings nur die Verpackungen, jedoch keines der Kunstwerke. Auch in der Vorgeschichte des Tiefspeicher-Baus hatte es eine Katastrophe mit folgender Evakuierung der Sammlung gegeben: Nach dem Brand des Redoutensaales 1992 war es dazu gekommen, “dass man mehr oder weniger über Nacht die Depots der Albertina evakuierte und die Objekte in den Tiefspeicher der Österreichischen Nationalbibliothek brachte”, erinnerte Schröder erst bei der Eröffnung des Studiensaales 2008. Nun wird die Sammlung aus dem neuen Speicher an “einen Ort in Österreich” gebracht werden. 

Bei seiner Fertigstellung im Jahr 2005 galt der Tiefspeicher der Albertina als modernster und konservatorisch optimaler Aufbewahrungsort für heikle Kunstwerke. Vollautomatik, größtmögliche Sicherheit und optimale klimatische Bedingungen bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit, einer Temperatur von 19 Grad Celsius und Überdruck, um Staubentwicklung zu unterbinden, schonender Transport und praktische Verwaltung dreizehn Meter unterhalb der Erde – um 5,1 Millionen Euro bekam die Albertina “das einzige Depot seiner Art”, wie Schröder damals betonte. Vier Jahre später steht der Speicher vor der Totalevakuierung, nachdem im Zuge von starken Regenfällen an mehreren Stellen Wasser eingetreten ist.

Ein ausgetüfteltes Hochregallager mit computergesteuertem Bediensystem hatte ab Juni 2005 die 950.000 Werke der Albertina auf rund vierhundert Quadratmetern aufgenommen. Danach sollte das Depot nicht mehr betreten werden – außer zu Wartungs- und Reparaturarbeiten. Von einem Roboter werden die in chaotischer Lagerung platzsparend sortierten Kunstwerke ohne Erschütterung aus dem in sich geschlossenen System in die Studiensäle gebracht. “Man weiß nicht, wo der Dürer-Hase liegt”, erklärte Schröder das System bei der Übersiedlung. Die Kunstwerke in den Kartons werden nach Entnahmefrequenz selbstständig in den Regalen verteilt. Höchstens eine Minute dauert der Fördervorgang in die angeschlossenen Studiensäle.

Ursprünglich war der Innenausbau des Tiefspeichers bis 2011 geplant gewesen, doch dank Mitteln der zuständigen Ministerien sowie privater Unterstützung konnte das 5,1 Millionen Euro teure Projekt vorgezogen werden. 1,7 Millionen Euro kamen von der Burghauptmannschaft, 3,4 Millionen von der Albertina selbst. Nach einem Probebetrieb wurde der Speicher im Frühjahr 2006 in Betrieb genommen und anschließend der Studiensaal eingerichtet, wofür von Sponsoren 600.000 Euro zugeschossen wurden. Burghauptmann Wolfgang Beer hatte sich im Zuge des Albertina-Umbaus dafür stark gemacht, auch den Aushub für den Tiefspeicher und das Studiengebäude vorzunehmen, obwohl bis zehn Minuten vor Spatenstich die “buchhalterische Sicherheit” für die Finanzierung nicht stand – wofür er später vom Rechnungshof kritisiert wurde.

“Man kann nicht alle Fehler ausschließen, nur nach menschlichem Ermessen alles tun”, gab Beer heute im Gespräch mit der APA an. Er selbst wurde war in den Entscheidungsprozess über die Evakuierung “nur am Rande eingebunden”, ein Risiko könne man “in solchen Fällen nie ganz ausschließen, vor allem solange wir nicht wissen, wo das Wasser wirklich ist”, so Beer. Er gehe davon aus, dass sich auf der unterirdischen Deckenfläche ein See gebildet habe, “jetzt versuchen wir alles, um die undichte Stelle zu finden.” Seit der Fertigstellung des Tiefspeichers habe es “sehr viel stärkere Regenfälle gegeben”, das Eintreten des Wassers müsse nun also mit einer Funktionsstörung zusammenhängen.

Die Wasserschäden, die gestern, Dienstag, an “verschiedenen Stellen” des Speichers aufgetreten sind und derzeit konkret zwei bereits evakuierte Sektionen betreffen, führten zu einem massiven Ansteigen der Luftfeuchtigkeit, beschädigt wurden vor der Evakuierung allerdings nur die Verpackungen, jedoch keines der Kunstwerke. Auch in der Vorgeschichte des Tiefspeicher-Baus hatte es eine Katastrophe mit folgender Evakuierung der Sammlung gegeben: Nach dem Brand des Redoutensaales 1992 war es dazu gekommen, “dass man mehr oder weniger über Nacht die Depots der Albertina evakuierte und die Objekte in den Tiefspeicher der Österreichischen Nationalbibliothek brachte”, erinnerte Schröder erst bei der Eröffnung des Studiensaales 2008. Nun wird die Sammlung aus dem neuen Speicher an “einen Ort in Österreich” gebracht werden.

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