Warum Nebel im Straßenverkehr so gefährlich sein kann

Warum ist Nebel eine so gefährliche Wettererscheinung.
Warum ist Nebel eine so gefährliche Wettererscheinung. ©pixabay.com
Vor allem im Herbst beherrscht der Nebel die Umgebung. Die Wettererscheinung ist vor allem im Straßenverkehr sehr gefährlich.

Verantwortlich für seine Entstehung sind niedrige Temperaturen in Bodennähe und ein erhöhtes Feuchtigkeitsangebot, das die Wolkenentstehung auf den Boden verlagert.

Unterschiedlich temperierte Luft hat ein anderes Aufnahmevermögen für Wasserdampf. Bei warmer Luft ist es wesentlich größer. Kühlt sie sich ab, kommt irgendwann der Punkt, an dem das Maximum erreicht ist – der Taupunkt (bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent). Kühlt die Luft ab, kondensiert der Wasserdampf – und an feinsten Staubkörnchen lagern sich winzige Tröpfchen an.Diese sind im Schnitt zwischen einem Hundertstel- und einem Zehntelmillimeter groß. Sind sie in entsprechender Zahl vorhanden, bildet sich Nebel. Für die Meteorologen ist dies ab einer Sichtweite von weniger als einem Kilometer der Fall. Je nach Entstehungsart unterscheiden sie verschiedene Erscheinungsformen.

Strahlungsnebel am häufigsten

Am häufigsten tritt bei uns Strahlungsnebel auf: In den länger werdenden Nächten kühlt der Boden durch Abstrahlung in den Weltraum ab, so dass die Feuchtigkeit in der darüber liegenden Luft kondensiert. Eine leichte Brise unterstützt den Vorgang: Denn bei völliger Windstille kommen nicht so viele Luftmoleküle mit der kühlen Erdoberfläche in Berührung. Eine leichte Brise kann den Nebel hundert Meter und höher treiben. Häufig findet er sich in Tälern und Senken, wo sich kalte Luft ansammelt. Gewöhnlich lässt die morgendliche Sonneneinstrahlung ihn schnell wieder verdunsten.

In der Nähe von Seen und Flüssen wird der Taupunkt schon bei höheren Temperaturen erreicht. Es bildet sich der sogenannte Verdunstungsnebel, der für Gegenden wie das Salzkammergut typisch ist.

Beim Advektionsnebel spielen große Luftbewegungen die Hauptrolle. Wenn warme, feuchte Luftmassen über eine kühle Wasser- oder Bodenfläche fließen, wie dies oft in Küstennähe der Fall ist, kondensiert das darin enthaltene Wasser zu Nebel. Prominentes Beispiel ist San Francisco. Eine besondere Form ist auch hierzulande weit verbreitet: der Hochnebel, der oft für Wochen die Sonne verdeckt. Diese geschlossene Decke in mehreren hundert Metern Höhe entsteht, wenn warme, feuchte Luftmassen über einen darunter liegenden “Kaltluftsee” geschoben werden. Im Kontaktbereich kondensiert der Wasserdampf zu Nebel.

Diese “abnormale” Wettersituation – üblicherweise nimmt die Temperatur mit der Höhe ab – wird Inversion genannt. Solche Lagen, in Österreich vor allem in den Beckenlagen von Graz und Klagenfurt zu beobachten, können äußerst stabil – und gefährlich – sein. Die Hochnebelschicht funktioniert wie ein Deckel, so dass Schadstoffe von Autos, Hausbrand und Industrie nicht entweichen können und Smog entsteht.

Grand Banks am nebeligsten

Luftbewegungen spielen auch beim sogenannten Böschungsnebel eine Rolle, wenn warme, feuchte Luft in höhere Lagen wächst, etwa durch Aufwärtsbewegung entlang eines Hangs. Durch die damit verbundene Abkühlung kondensiert der Wasserdampf. Für den Beobachter im Tal entstehen Wolken, die am Berg “aufliegen”, für den Wanderer, der in einer solchen Wolke sitzt, ist es Nebel.

Eine andere Art entsteht über Seen oder ruhigen Flüssen, wenn Kaltluft über das wärmere Wasser hinwegstreicht. Wenn dieses um drei bis fünf Grad wärmer ist als die Luft, was vor allem im Frühherbst häufig vorkommt, entstehen dicht über dem Wasserspiegel dichte Schwaden, der Seerauch.

Die wahrscheinlich nebeligste Ecke der Welt sind die Grand Banks in Neufundland an der Ostküste Kanadas, wo an mehr als 120 Tagen pro Jahr Sichtweiten von weniger als einem Kilometer herrschen. Und der schottische Berg Ben Nevis soll laut Guinness-Buch der Rekorde an 300 Tagen in Nebel gehüllt sein.

(APA)

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