Warnung vor Dumping-Schokolade

Oftmals steckt Kinderarbeit hinter Dumping-Schokolade
Oftmals steckt Kinderarbeit hinter Dumping-Schokolade ©SXC
Nachhaltigkeit zu Dumping-Preisen kann es nicht geben, warnen die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Greenpeace, Südwind und der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Ein Nachhaltigkeitssiegel auf Billigschokolade könne dem Verbraucher falsche Tatsachen vorgaukeln, oft würden gentechnisch belastete Milch und pflanzliches Fett verwendet. Außerdem arbeiteten etwa beim weltgrößten Kakaoproduzenten, der Elfenbeinküste, mehrere 100.000 Kinder auf den Plantagen, warnen die Organisationen in einer gemeinsamen Aussendung am Mittwoch.

Oft Kinderarbeit in Produktionskette – Urwaldrodungen für Palmöl

Die Kinder arbeiten “bis zu zwölf Stunden täglich und hantieren mit giftigen Pestiziden ohne Schutzkleidung”, klagte Südwind-Geschäftsführerin Elfriede Schachner an. Sie fordert existenzsichernde Löhne für Kakaobauern. Greenpeace-Sprecherin Claudia Prinz fügte hinzu, dass bei solchen Produkten häufig Palmöl oder Palmfett zum Einsatz komme, das zumeist aus Indonesien stamme. “Dort werden großflächig Urwälder gerodet und die Lebensgrundlage der ohnedies bereits vom Aussterben bedrohten Orang-Utans zerstört”.Für PRO-GE-Sekretär Gerhard Riess können Milchschokoladetafeln zu einem Dumpingpreis von 25 Cent nur Ausbeutung von Umwelt und Menschen in den Produktionsstätten bedeuten. Preisdumping sei die Folge des erbitterten Kampfes um Absatzmärkte, schließlich beherrschten nur fünf multinationale Konzerne 60 Prozent des Weltmarktes. Die “Geiz ist geil-Mentalität” sei “unerträglich”, so Riess. Die Organisationen beklagen, dass Dumpingpreise alle Bemühungen zunichtemachen, die Produktionsbedingungen zu verbessern und langfristig einen nachhaltigen Anbau zu ermöglichen: “Hersteller, der Handel als auch die Konsumenten müssen sich bewusst sein, dass Nachhaltigkeit ihren Preis hat”.

(APA)

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