Warme Temperaturen führen zu mehr Fensterstürzen

Fensterstürze sind zwar nicht häufig, dafür aber umso schlimmer.
Fensterstürze sind zwar nicht häufig, dafür aber umso schlimmer. ©APA/ROBERT JAEGER
Kinder sollte man beim "kurzen Lüften" nicht unbeaufsichtigt zu lassen, denn besonders im Frühling und Sommer nehmen Fensterstürze zu. Katzen- oder Fliegenschutzgitter helfen dabei nicht als Sicherung.

Im Schnitt stürzt in Österreich alle vier Wochen ein Kind aus einem Fenster. Im Vorjahr gab es ein Todesopfer nach einem derartigen Unfall, acht weitere Kinder verletzten sich teils schwer. Die nunmehr frühlingshaften Temperaturen sorgen für erhöhte Gefahr. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) appellierte am Mittwoch zu besonderer Vorsicht.

Fensterstürze nicht häufig, aber umso gefährlicher

Fensterstürze zählen somit zwar nicht zu den häufigsten, jedoch zu den schwersten Unfällen bei Kindern. Die Folgen reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen von Kopf, Wirbelsäule und inneren Organen. "Der Bewegungs- und Entdeckungsdrang von Kindern kann sich in Kombination mit geöffneten oder ungesicherten Fenstern und Balkontüren in Sekundenschnelle zu einer unkalkulierbaren Gefahrenquelle entwickeln", warnte Othmar Thann, Direktor des KFV.

"Jahr für Jahr sehen wir, dass es gerade in den ersten Tagen mit wärmeren Temperaturen zu folgenschweren Fensterstürzen von Kindern kommt - mit schrecklichen Folgen. Wir appellieren daher dringend an alle Eltern und Aufsichtspersonen, versperrbare Kindersicherheitsgriffe zu montieren und auch beim kurzen Lüften vorsichtig zu sein." In Haushalten, in denen Kinder leben, sollten alle Fenster und Balkontüren mit entsprechenden Fenstersicherungen ausgestattet oder nachgerüstet sein. Versperrbare Fenstersicherungen sind in Möbelhäusern, Baumärkten oder online kostengünstig erhältlich und können auch im Nachhinein an bestehende Fenster relativ einfach und ohne fachmännische Hilfe angebracht werden. Katzen- oder Fliegenschutzgitter hingegen eignen sich nicht als Schutzmaßnahme, sie können bei Druck nachgeben oder reißen.

Besonders Kleinkinder in Gefahr

Der Gefahr eines Sturzes aus großer Höhe sind sich vor allem Kleinkinder nicht bewusst, erschwerend kommt hinzu, dass es ihnen oft schwerfällt, die Balance zu halten. Grund hierfür ist ihr verlagerter Körperschwerpunkt, der im Vergleich zu Erwachsenen höher liegt. Typische Gefahrensituationen sind jene, in denen Kinder "Aufstiegshilfen" wie Sessel oder Hocker zum Öffnen der Fenster benutzen, sich an Fliegengitter lehnen oder sich unbeaufsichtigt in Räumen mit geöffneten Fenstern befinden und hinauslehnen. "Bauliche Maßnahmen wie Fenstersicherungen sind äußerst sinnvoll und können Leben retten", sagte Thann.

(APA/red)

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