Waris Dirie - Verwirrung um Titel UN-Botschafterin

Nach dem mysteriösen Verschwinden der Autorin Waris Dirie ("Wüstenblume") und schweren Anschuldigungen gegen die Brüsseler Polizei, hat es am Mittwoch Wirbel um die Bezeichnung "UN-Sonderbotschafterin" gegeben, die von der gebürtige Somalierin seit 1997 benützt wird.

Das Ex-Model soll bereits seit Anfang 2003 nicht mehr UN-Sonderbotschafterin sein, berichtete die belgische Tageszeitung “Le Soir” unter Berufung auf die UNO. Diries Manager bestätigt dies gegenüber der APA.

Die Auskünfte im Internet und seitens der UNO stifteten allerdings Verwirrung: Bei der UN-Presseabteilung in Wien hieß es, dass Dirie der Titel “Special Ambassador” vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) für ihr Engagement gegen Genitalverstümmelung am 18. September 1997 verliehen worden sei. Über eine Aberkennung sei in Wien nichts bekannt. Dass solche Bezeichnungen erlöschen oder weggenommen könnten, habe man bisher noch nicht gehört, normaler Weise würden diese mit dem Ableben enden.

Im Internet auf der Homepage der UNO ist Dirie darüber hinaus weiterhin als “Goodwill Ambassador” angeführt: Auf der Seite http://www.un.org/advocates/2000/bios.htm findet sich ein Foto von ihr samt Kurz-Biografie. Dirie selbst schreibt auf ihrer Hompage http://www.waris-dirie-foundation.com: “UN-Generalsekretär Kofi Annan hat mich zur UN-Botschafterin im Kampf gegen die genitale Verstümmelung ernannt.”

Der Manager Diries, Walter Lutschinger, berichtete gegenüber der APA wiederum, er habe am Mittwoch ein Mail von der UNO bekommen, dass der Titel “Sonderbotschafterin” nur bis 2003 gültig gewesen sei. “Aber das erfahren wir jetzt”, kritisierte er. Bisher habe das sonst “niemand widerrufen”. Er sehe in dieser Neuigkeit einen Versuch Dirie unglaubwürdig zu machen und bloßzustellen. Grund sie das große Aufsehen, dass ihre Anschuldigungen gegen die Behörden der EU-Hauptstadt hervorgerufen hätten.

Die Zeitung “Le soir” berichtete mit Berufung auf die UNO, dass Dirie den Titel behalten dürfe, “bis sie entscheidet, ihre humanitäre Mission über ihre Stiftung Waris Dirie in Wien fortzusetzen”. Inoffiziell würden für die Entscheidung laut “Le Soir” wiederholte Probleme in Zusammenhang mit Alkohol genannt. Die UNO habe diese aber nicht kommunizieren wollen, weil “das, was zählt, ist der Kampf gegen das Leid, das die Genitalverstümmelung darstellt”. Gegenüber der APA sagte Lutschinger, dass Dirie in der Vergangenheit Probleme mit Alkohol hatte. Bei dem Vorfall in Brüssel sei allerdings kein Alkohol im Spiel gewesen.

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