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War on Terror TM

Ein Film wie eine Anklageschrift: Die österreichische Doku "War on Terror" von Sebastian J. F. richtet sich gegen die Administration des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und dessen Feldzug gegen den Terrorismus, der zu Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie zu Folter und quasi rechtsfreien Gefängnissen wie Guantanamo Bay im eigenen Land geführt hat.

Heute, Dienstag, feiert der Film im Rahmen des Menschenrechtsfilmfestivals “This Human World” seine Premiere in Wien, am Freitag (9. Dezember) läuft er regulär im Kino an. Gleichzeitig mit dem Kinostart steht der Film unter http://www.war-on-terror-TM.com/pay-per-view auch kostenpflichtig zum Download zur Verfügung.

Der Regisseur versteht “War on Terror” als letzten Teil einer Trilogie, die mit “info wars” (2004) über politischen Aktivismus im Internet und “The War on Drugs” (2007) über die amerikanische Form der Drogenbekämpfung begann und der er in Anspielung auf George Orwells Roman den Titel “1984” verlieh. Im aktuellen Beispiel verweist er im Zuge der Kriegsrechtfertigung Bushs etwa auf Orwell’sche Begriffskreationen wie “illegale Feindkämpfer” oder “erweiterte Verhörmethoden”.

Als Interviewpartner suchte sich Sebastian J. F. die Journalistin Amy Goodman vom nichtkommerziellen US-Sender “Democracy Now!”, der in Österreich via Okto eine Plattform erhält, den damaligen UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak vom Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte sowie ehemalige Guantanamo-Häftlinge wie den in Deutschland geborenen Murat Kurnaz aus. Die Schilderungen wühlen auf, gemischt werden die “Talking Heads” mit einschlägigem Archivmaterial.

Dass die Doku eine klare Botschaft hat, ist dabei nicht zu übersehen und leider auch eine der größten Schwächen des Films. Sebastian J. F. hält der rechtskonservativen und vielfach geltendes Recht ignorierenden Propaganda der Bush-Administration nicht nur den Spiegel vor, sondern baut mittels ironischer Musik (“We’ll meet again…”), unnötiger Effekte (Interviews in Schwarz-Weiß) und fehlender Ausgewogenheit eine Gegenpropaganda auf, die dem Film letztendlich mehr schadet als hilft.

Am stärksten ist “War on Terror”, wenn er sich auf die nüchterne Dokumentation beschränkt oder die gut gewählten Gesprächspartner mit ihren Aussagen Fragen aufwerfen bis erschüttern. Amy Goodman verweist etwa auf die schwerwiegende Verwischung des Begriffs “Terror”, der ursprünglich das Töten unschuldiger Zivilisten beschreibt, von zahlreichen Staatenlenkern aber nur zur Aushöhlung von Grundrechten genutzt wurde. Und Nowak macht deutlich, dass sich Bush für das Zulassen gewisser Foltermethoden wie “Waterboarding” (Simulieren des Ertrinkens) vor Gericht verantworten müsste.

(APA)

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