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Waldbrände in Griechenland noch außer Kontrolle

Auch nach fünf Tagen hat die Feuerwehr der Waldbrände in Griechenland noch nicht Herr werden können. "Die Feuer sind immer noch außer Kontrolle. Dörfer sind zur Zeit aber nicht in Gefahr", teilte die Feuerwehr mit.

Die Waldbrände zerstörten bislang nach Angaben der EU-Kommission eine Fläche von der Größe des Saarlandes. Bei ihrem Kampf gegen die Brände werden die griechischen Feuerwehrleute von immer mehr internationalen Kräften, auch Österreich, unterstützt. Unterdessen übte die Opposition scharfe Kritik an Regierung und warf ihr Versagen bei der Bekämpfung der Brände vor.

„Die Windrichtung bleibt unvorhersehbar“, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit. Die Flammen wüteten vor allem im gebirgigen Süden der Halbinsel Peloponnes. Die Region ist seit dem Ausbruch der Brände am vergangenen Freitag am stärksten betroffen. Im Westen Griechenlands, im Verwaltungsbezirk Aitoloakarnania, und weiter nördlich in Thesprotia, brachen am Dienstag neue Brände aus, angefacht von Winden mit Stärken bis zu 70 Stundenkilometern. Die Region wurde am Dienstag zusätzlich von einem Erdbeben der Stärke fünf auf der Richterskala erschüttert. Wenige Stunden zuvor hatte es ein Beben der Stärke 4,4 rund 50 Kilometer nördlich von Athen gegeben. Auch auf der Insel Euböa nördlich von Athen breiteten sich die Brände weiter aus.

Unterdessen waren die antiken Stätten von Olympia außer Gefahr. Die antike Stätte und das archäologische Museum wurden wieder geöffnet, wie das griechische Kulturministerium mitteilte. Dennoch versperrten weiterhin Polizisten Touristen und Medienvertretern den Zugang.

Bisher starben durch die verheerenden Brände in Griechenland mindestens 63 Menschen, die in ihren Dörfern von den Flammen eingeschlossen wurden. Viele Betroffene kritisierten anschließend, dass die Behörden ihnen nicht zur Hilfe gekommen seien, als die Flammen ihr Leben und ihre Häuser bedrohten. „Hier leben nur 30 Menschen und wir sind alle alt. Was können wir gegen die Flammen tun?“, sagte ein 77-jähriger Mann, der sein Haus im Westen der Peloponnes verlassen musste. „Die Türken, Italiener und Deutschen zusammen haben nicht so viel Schaden angerichtet“, sagte ein 73-jähriges Brandopfer in Anspielung auf die früheren Besatzer Griechenlands.

Vor den Parlamentswahlen am 16. September warfen die oppositionellen Sozialisten dem konservativen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis vor, versagt zu haben. „Wir wurden gedemütigt durch das Unvermögen der Regierung, das Leben unserer Mitbürger zu retten“, sagte der Chef der Sozialisten, Giorgos Papandreou. Karamanlis, dessen Partei als Favorit in die Wahl geht, rief die Griechen am Dienstag dazu auf, „nationale Einigkeit“ zu demonstrieren. Er versprach ein Wiederaufbau-Programm für die betroffenen Regionen und die Wiederaufforstung der verbrannten Flächen.

Insgesamt seien in diesem Jahr in Griechenland bereits 268.834 Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen, berichtete die EU-Kommission in Brüssel unter Berufung auf das europäische Waldbrand-Informationssystem EFFIS. Allein von Freitag bis Sonntag verbrannten demnach 183.987 Hektar Wald. Nach Angaben der EU-Kommission sind zudem inzwischen 15 Länder Griechenland mit Löschflugzeugen oder Feuerwehrleuten zur Hilfe gesprungen. Es sei die größte Hilfsaktion für einen EU-Mitgliedsstaat.

Das österreichiche Hilfskontingent hat mit vier Löschfliegern am Dienstagnachmittag mit den Löscharbeiten auf der Insel Euböa begonnen. Insgesamt sind 28 Hilfskräfte vom Bundesheer sowie der oberösterreichischen Feuerwehr im Einsatz.

Die griechischen Behörden bekräftigten am Dienstag ihren Verdacht, dass viele der Feuer absichtlich gelegt wurden. „Wir untersuchen, ob diese beispiellose Tragödie nur ein Zufall war“, sagte ein Sprecher der Regierung. Nach Ansicht von Experten wollen skrupellose Bauunternehmer so neues Land für den Bau von Häusern gewinnen.

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