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Während Corona-Krise weniger Herzinfarkt-Patienten in Österreichs Spitälern

In Österreichs Spitälern werden während der derzeitigen Corona-Krise weniger Herzinfarkt-Patienten aufgenommen.
In Österreichs Spitälern werden während der derzeitigen Corona-Krise weniger Herzinfarkt-Patienten aufgenommen. ©Pixabay.com (Sujet)
Die Zahl der in Österreichs Krankenhäusern mit Herzinfarkt aufgenommenen Patienten hat sich im Laufe des März 2020 um rund 40 Prozent verringert. Wie die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (LKG) am Mittwoch mitteilte, wurden die Zahlen in 17 Herzkatheter-Zentren unter Berücksichtigung von rund 700 Erkrankten ermittelt.

"Durch Infekte oder Entzündungen wird der Herzmuskel vermehrt belastet, weiters kommt es im Blut zur vermehrten Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen, sogenannten Zytokinen. Wie große Studien bereits gezeigt haben, treten diese beiden Faktoren auch bei einer Covid-19-Infektion auf und können einen Herzinfarkt auslösen oder zumindest begünstigen. Daher ist der zuletzt in Österreich beobachtete Rückgang der Herzinfarktzahlen aus pathophysiologischer Sicht nicht erklärbar, vielmehr wäre sogar ein Anstieg zu erwarten", unterstrich, Bernhard Metzler, Generalsekretär der ÖKG, von der Medizinischen Universität Innsbruck am Mittwoch. Die Daten werden von Metzler demnächst im European Heart Journal, einer der renommiertesten Publikationen unter Kardiologen publiziert werden.

Überlegungen zu Rückgang von Herzinfarkt-Patienten in Österreich

Der beobachtete Rückgang scheine in Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Covid-19 in der österreichischen Bevölkerung bzw. auch indirekt und paradoxerweise mit den seit März verschärften Maßnahmen im öffentlichen Leben einherzugehen. "Die Maßnahmen waren und sind für die Eindämmung der Pandemie sehr wichtig und richtig. Aber es ist natürlich denkbar, dass Patienten ihre Herzinfarkt-Beschwerden nun nicht ernst genug nehmen oder diese nicht dem Herz, sondern einer möglichen Lungenentzündung zuordnen und keine ärztliche Hilfe aufsuchen. Die Angst, sich im Krankenhaus mit Covid-19 zu infizieren sowie Rücksichtnahme auf das öffentliche Gesundheitswesen könnten hier ausschlaggebend sein", so Metzler weiter.

Eine weitere Erklärung könnten die durch die allgemeinen Beschränkungen reduzierten körperlichen und sportlichen Aktivitäten sein, die damit als mögliche Auslösemechanismen für Infarkte ausfallen. Als dritte mögliche Ursache sieht Metzler, dass "man allenfalls schwer an Covid-19 erkrankte Patienten, deren Todesursache möglicherweise ein Herzinfarkt war, in den vergangenen Wochen nicht als Herzinfarkt-Patienten registriert hat". Es sei wichtig, dass Betroffene verdächtige Symptome ernst nähmen. Bei Infarktverdacht sollte sofort ein Notarzt gerufen werden.

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(APA/Red.)

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