"Vorsorgeuntersuchung neu" steht

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Hauptverband der Sozialversicherung und Ärztekammer haben sich auf die Erneuerung des 30 Jahre alten Programms geeinigt. Laut Rauch-Kallat wird verstärkt auf Beratung und gesunden Lebensstil gesetzt. Erweiterung verursacht rund 20 Mio. Euro Mehrkosten.

Das Angebot der pro Jahr ein Mal auf Krankenschein kostenlos möglichen Vorsorgeuntersuchungen wird erweitert, es wird verstärkt auf Beratung und einen gesunden Lebensstil und ein neues „Einladungssystem“ gesetzt, berichteten Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V), Hauptverbands-Geschäftsführer Josef Probst und Ärztevertreter am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

20 Mio. Mehrkosten

Die Erweiterung des Angebots wird natürlich auch etwas kosten:
Statt derzeit rund 62 Mio. Euro pro Jahr rechnet Probst künftig – abhängig von der Zuwachsrate – mit rund 20 Mio. Euro mehr. Das neue Programm soll evaluiert und ständig angepasst werden, betonte Jörg Pruckner von der Österreichischen Ärztekammer. Dazu werden die Gesundheitsdaten – entsprechend der Datenschutzvorschriften anonymisiert – auch zentral verfasst und ausgewertet.

Rauch-Kallat verwies auf den Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen – „weg vom reinen Reparaturdenken hin zu mehr Vorsorge und Gesundheitsförderung“. In diesem Sinn will man mit dem neuen Programm verstärkt auf die individuelle Situation jedes Einzelnen eingehen – und eine „nach Geschlecht, Alter und Risikogruppe maßgeschneiderte Vorsorgeuntersuchung“ anbieten, erklärte die Ministerin.

Vorbeugende Maßnahmen

So wird es künftig nicht mehr nur um die Früherkennung verbreiteter Zivilisationskrankheiten (Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) gehen, sondern auch Aufklärung und Unterstützung für die gesundheitsfördernde Veränderung des Lebensstils in den Kernthemen Bewegung, Ernährung und Rauchen geboten. „In unserer Wohlstandsgesellschaft gibt’s da einiges zu tun“, betonte Probst.

Die Ärzte werden verstärkt zu Beratern, für jeden Untersuchten wird – mittels einer fragebogenartigen Erhebung – ein eigenes Risikoprofil erstellt. Neu ist weiters die Erweiterung der Darmkrebsvorsorge für über 50-Jährige um die Koloskopie. Bei Senioren wird verstärkt auch auf die Hör- und Sehleistung Augenmerk gelegt.

Neu: “Einladungssystem”

Um die Vorsorge-Rate zu erhöhen, gibt es ein neues Einladungssystem: Über 50-Jährige werden mit Briefen über die Darmkrebsvorsorge informiert, Frauen über 40 alle zwei Jahre über die Mammographie. Außerdem wird es Gesundheitspässe – jeweils speziell für Über- und Unter-40-Jährige sowie Senioren – geben.

2003 haben österreichweit 12,4 Prozent der Anspruchsberechtigten (über 19 Jahren) die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen. Allerdings gibt es ein starkes Ost-West-Gefälle – von 28 Prozent in Westösterreich bis zu nur sieben Prozent in Niederösterreich. Probst verwies allerdings darauf, dass es eigentlich schon jetzt eine „stabile Teilnahmequote von fast 40 Prozent“ gebe – wenn man bedenke, dass die Menschen durchschnittlich alle drei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Die Vorsorgeuntersuchungen sollen genauer auf die Patienten abgestimmt werden. Mit Lebensstilanalysen sollen Patienten früher von den Ärzten auf Gesundheitsrisiken hingewiesen werden.

Die Beraterrolle der Ärzte soll bei der Vorsorgeuntersuchung verstärkt werden. Mehr als bisher sollen auch die Erkenntnisse der modernen Lebensstil-Medizin in den Gesundheitscheck einfließen. Das sind zentrale Punkte der „Vorsorgeuntersuchung neu“. Josef Probst, Geschäftsführer des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, zeigte sich am Mittwoch optimistisch, dass eine Neugestaltung bald beschlossen und umgesetzt wird.

Vor allem Aufklärung& Unterstützung

Es gehe nicht nur wie bisher um die Früherkennung der verbreiteten Zivilisationskrankheiten, sondern auch um Aufklärung und Unterstützung bei der gesundheitsfördernden Veränderung des Lebensstils bei den Kernthemen Bewegung, Ernährung und Rauchen, so Probst über das neue Konzept. Der Mediziner soll coachen, bei Fragen zu diesen Themen Auskunft geben.

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