Vor Weihnachten: FPÖ präsentiert ihren "Historikerbericht"

Im August wurde die Rohfassung des FPÖ-Historikerberichts präsentiert.
Im August wurde die Rohfassung des FPÖ-Historikerberichts präsentiert. ©APA/HANS PUNZ
Am Tag vor Heilig Abend lädt die FPÖ zu einer Pressekonferenz um ihren "Historikerbericht" zu präsentieren. Bei der Präsentation der Rohfassung gab es zahlreiche Kritik aus der Wissenschaft.
FPÖ legte Rohbericht vor
Historikerbericht wird noch 2019 präsentiert

Die FPÖ stellt am Montag ihren "Historikerbericht" zur Aufarbeitung ihrer Parteigeschichte vor. Eine bereits im August vorgelegte Kurzfassung war auf scharfe Kritik gestoßen - und zwar sowohl von Wissenschaftern als auch von Co-Autoren des Berichts. Die FPÖ attestierte sich in der Zusammenfassung, "eine Partei wie nahezu jede andere" zu sein. Die Vorlage des Endberichts wurde mehrmals verschoben.

Am Montag will FP-Generalsekretär Christian Hafenecker den Bericht nun vorstellen - gemeinsam mit dem Andreas Mölzer, dem Koordinator der von der Partei eingesetzten Historikerkommission, und dem Historiker Thomas Grischany, einem Co-Autor des Berichts und früheren Kabinettsmitarbeiter von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

FPÖ-Historikerbericht wegen "Liederbuchaffäre"

In Auftrag gegeben worden war der Bericht noch unter Straches Obmannschaft - und zwar als Folge der "Liederbuchaffäre" um die Burschenschaft des niederösterreichischen FPÖ-Politikers Udo Landbauer. Die Studie sollte demnach die Geschichte des Dritten Lagers aufarbeiten und auch "dunkle Flecken" der von früheren Nationalsozialisten mitbegründeten Partei beleuchten.

Anfang August hatte die FPÖ eine 32-seitige Kurzzusammenfassung veröffentlicht. Der Leiter der Historikerkommission, der frühere FPÖ-Politiker Wilhelm Brauneder, bezeichnete die FPÖ dabei als "eine Partei wie nahezu jede andere".

Scharfe Kritik von Wissenschaftlern

Von Wissenschaftern setzte es daraufhin scharfe Kritik. So ortete der Historiker Oliver Rathkolb einen Versuch der Reinwaschung, bemängelte das Fehlen wissenschaftlicher Standards und die Mitautorenschaft von FPÖ-Funktionären wie FPÖ-Klubdirektor Norbert Nemeth und Generalsekretär Hafenecker.

Auch an dem Bericht beteiligte Autoren distanzierten sich von der von der FPÖ vorgelegten Zusammenfassung. So beschwerten sich der früheren SPÖ-Politiker Kurt Scholz sowie der Historiker und Jurist Michael Wladika, dass ihre Beiträge verkürzt dargestellt bzw. aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. Wladika hatte sich mit den personellen Überschneidungen zur NSDAP befasst.

Endbericht immer wieder verschoben

Die Präsentation des Endberichts hatte die FPÖ im Lauf des Jahres immer wieder verschoben - zuletzt weil eine dazu geplante Diskussionsveranstaltung nach Parteiangaben nicht zustande gekommen war. Für die Präsentation gewählt wurde nun eine Pressekonferenz am Tag vor Weihnachten.

(APA/red)

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