Von Wühlmäusen und Mozart

Was verbindet Christina Stürmer mit Mozart? Und warum liebt sie neuerdings Wühlmäuse? Nur zwei von vielen Fragen, die sich das Seitenblicke Magazin bei einem Mittagessen von Österreichs erfolgreichster Popsängerin beantworten hat lassen.
Christina Stürmer live in Bregenz
Christina Stürmer in Wachs gegossen

Christina Stürmer kommt gerade von einem Date mit Christina Stürmer. Dennoch erscheint sie zu unserem Mittagessen in der Crêperie an der Alten Donau pünktlich auf die Minute. Verquatschen konnte sie sich mit ihrer Doppelgängerin ja schlecht – die ist nämlich stumm, weil aus Wachs, und wurde soeben der Presse präsentiert.

“Eine große Ehre!”

Ab April 2011 ist sie im heimischen “Madame Tussauds”-Ableger im Wiener Prater zu bestaunen. Aber bevor wir ins Detail gehen, was ihren Klon betrifft, wenden wir uns zunächst wichtigeren Dingen zu. Nämlich der Frage: süß oder sauer? Christina wählt Zwiebelsuppe (“Hoffentlich ist die Portion nicht zu groß, denn ich möchte noch eine Hauptspeise essen”) und dann Crêpes Florentine mit Spinat, Ei und anderen Köstlichkeiten.

Beim Duft, der aus der Küche auf die Terrasse weht, wo wir sitzen, werden Erinnerungen wach. Als Christina noch daheim bei den Eltern in Altenberg bei Linz wohnte, gab’s zu Mittag nämlich auch oft Palatschinken, wie die Dinger auf Österreichisch heißen. Doch das ist lange her – ein halbes Popstarleben. Seit die Sängerin bei “Starmania” Zweite wurde und wenig später eine beispiellose Karriere hinlegte (1,5 Millionen verkaufte Tonträger!), spielt sie in Österreichs Oberliga.

Logisch also, dass die Wachs-Christl bald neben Arnie, Falco und Mozart stehen darf. “Eine große Ehre, richtig fett”, kommentiert Stürmer diesen Coup. Fast scheint es, als könne sie es selbst nicht glauben, dass sie eine lebende Legende ist, wie eine Umfrage im Auftrag von “Madame Tussauds” ergab. Satte 200.000 Euro war es der Firma wert, Christina in Wachs zu verewigen.

Die Aktion war riesengroß und dauerte fast vier Monate: Zuerst wurde die Sängerin mit Maßband und Tastzirkel millimetergenau vermessen, dann hat man sie an die 400-mal fotografiert. Das Gesicht kam zum Schluss dran: Stürmer musste nach London fliegen und Modell sitzen. Es zahlte sich aus. Jetzt hat die Kopie sogar jene Mimikfältchen, die sich in Christinas offenem, freundlichem Antlitz so oft abzeichnen.

Weinviertel statt 6. Bezirk

Die Suppe kommt. Die Portion ist “so groß wie befürchtet”, stöhnt Christina, und der Käse wickelt sich unelegant um den Löffel. Doch unser Gast schlägt sich wacker. Quak, quak, tönt es auf einmal vom Wasser her, quak, quak, quak. Christina verschluckt sich fast vor Lachen, denn plötzlich stören ein paar freche Frösche das Gespräch. Fast wie daheim, meint sie, in ihrem Garten im Weinviertel.

Dort hat sie auch das wunderschöne Liebeslied “Warum - Freiluft” aufgenommen – “inklusive einem original Weinviertler Vogelchor, der spontan dazwischenzwitscherte.” Und natürlich ärgere sie sich als Besitzerin eines schönen Fertighauses mit Garten über Marder, die Kabel anknabbern, und Wühlmäuse, die den Rasen umackern. Aber was ist das schon gegen den Lärm der Großstadt, der Christina in ihrer Dachgeschoßwohnung im sechsten Bezirk oft den Schlaf raubte?

Auch den Betrunkenen in der U-Bahn, die sie nachts blöd anquatschten, trauere sie nicht nach, ebenso wenig jenen dreisten Zeitgenossen, die ihr beim Billa stets ins Wagerl glotzten. Die Menschen in der 350-Seelen-Gemeinde im Weinviertel hingegen – ein Traum! Christinas Nachbar ist der Stefan – Besitzer jenes Tonstudios, in dem sie und ihre Musiker gern Songs abmischen. Er war es, der Christina und ihren Freund Oliver Varga, der in ihrer Band die Gitarre zupft und viele Songs mitschreibt, in die Einöde lockte.

Und das, obwohl Christina anfangs Angst vor dem Wald hatte, der an ihr Grundstück grenzt – Stichwort: Allergie! Aber Gott sei Dank bekommt ihr die gesunde Landluft bestens. “Keine Niesanfälle, keine rinnenden Augen, nix.” Mit Oliver führt Christina seit Jahren eine sehr harmonische Beziehung abseits der Öffentlichkeit. “Obwohl wir zusammen leben und zusammen arbeiten, sind wir uns noch nie auf die Nerven gegangen”, versichert sie.

Das gesamte Zu Tisch mit Christina Stürmer lesen Sie im Seitenblicke Magazin 34/10

(seitenblicke.at/foto: Christine Wurnig)

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