Von wegen Postgeheimnis: Packete geplündert

Symbolfoto
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Postler plünderte Dutzende Pakete - Wertvolle Uhren und Mobiltelefone im ehemaligen Jugoslawien verkauft - Gesamtschaden 30.000 Euro - 18 Monate bedingte Haft.

Weil er in Folge einer kostspieligen Scheidung Schulden hatte und die Alimente für seine beiden Kinder nicht mehr zahlen konnte, wurde ein 27-jähriger Postler straffällig. Er riss einfach Dutzende Pakete mit wertvollem Inhalt auf, entnahm diesen teure Uhren, Mobiltelefone, Digitalkameras und Fernsehgeräte, die er im ehemaligen Jugoslawien verkaufte. Am Donnerstag wurde er im Straflandesgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls rechtskräftig zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt.

“Ich war sehr verzweifelt”

„Ich hab’ das gemacht, weil ich sehr verzweifelt war und wirklich kein Geld mehr gehabt habe“, erklärte der Mann dem Schöffensenat (Vorsitz: Johannes Jilke). Zu seinen beruflichen Aufgaben zählte, in einem großen Wiener Postamt so genannte Auslandspakete entgegen zu nehmen, zu kontrollieren und nach Zustelladressen zu sortieren. Im November 2004 begann er damit, die Päckchen zu öffnen und den Inhalt in die eigene Tasche zu stecken.

Da sich die Kunden-Beschwerden häuften, wurde in dem Postamt heimlich eine Videoüberwachung installiert. Ende März wurde der „Langfinger“ beim Paket-Aufreißen gefilmt. 35 Diebstähle konnten ihm nachgewiesen werden, der Gesamtschaden belief sich auf 30.000 Euro.

Bewährungsstrafe für den Unbescholtenen

Vor Gericht legte der 27-Jährige ein umfassendes Geständnis ab: „Ich weiß, dass ich mein Leben versaut habe.“ Staatsanwalt Wolfgang Liebminger war mit der Bewährungsstrafe für den bisher Unbescholtenen einverstanden.

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