"Von irgendwas muss i a leben"

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17 Raubüberfälle abseits des Mainstream, in Drogerien und Buchgeschäften - und dabei stets höflich und charmant. Jetzt muss der Täter trotzdem 9 Jahre einsitzen.

Weil er im Vorjahr in der Bundeshauptstadt innerhalb von vier Monaten nicht weniger als 17 Raubüberfälle verübt hatte, ist am Freitag im Straflandesgericht ein 45-jähriger Wiener zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mann hatte das Geld zur Finanzierung seiner Drogensucht gebraucht. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Bankfilialen und Postämter überließ der Täter anderen, er konzentrierte sich auf Supermärkte, Drogerien, Buchhändler und Mode-Ketten. Dabei trat er beinahe „gentleman-like“ auf, wäre da nicht der Rucksack gewesen, in dem er eine schwarze Gaspistole mitführte und die Kassierinnen erschreckte.

„Er hatte gute Manieren“, erinnerte sich ein Opfer. „Er war total locker, hat gelacht, ist mit einem Lächeln gegangen, nachdem er das Geld hatte“, sagte eine andere Zeugin.

Manchmal entschuldigte sich der Räuber sogar und ersuchte um Verständnis: „Von irgendwas muss i a leben!“ Insgesamt erbeutete er 22.000 Euro, ehe er im September 2006 geschnappt werden konnte.

Nun hofft der bisher Unbescholtene, nicht seine gesamte Strafe absitzen zu müssen: Seinen 50. Geburtstag möchte er in Freiheit feiern, verriet er dem Schwurgericht.

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