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Voll abgezockt - Trailer und Kritik zum Film

Im Vorjahr heimste Melissa McCarthy eine Oscarnominierung als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Megan im Überraschungshit "Brautalarm" ein. Damit schaffte die in den USA seit Jahren im Fernsehen bejubelte Komödiantin den Durchbruch ins Kino. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Dort brilliert sie nun in der schrillen Komödie “Voll abgezockt”. Ab Donnerstag in den heimischen Kinos. In Europa hat die Schauspielerin Melissa McCarthy noch keinen Starstatus. Das wird sich mit der überdrehten Farce “Voll abgezockt” ändern. In den USA jedenfalls wurde der erste Kinofilm mit ihr in einer Hauptrolle ein enormer Erfolg. Die dort bisher als TV-Komödiantin bekannte Schauspielerin überzeugt mit viel derbem Witz und manch leisen Momenten als dreiste Diebin und Überlebenskünstlerin.

McCarthy spielt mit vollem Einsatz ihres üppigen, stark gepolsterten Körpers eine junge Frau auf Abwegen. Unter dem Namen Sandy Bigelow Patterson schmeißt sie in Florida mit Tausenden von Dollars um sich. Den Namen hat sie einem Finanzmanager im fernen Denver (Jason Bateman) gestohlen. Sie kennt durch einen Trick alle seine Daten und konnte so Kreditkarten zu seinen Lasten fälschen. Das bringt ihn an den Rand des Ruins und kostet seinen guten Ruf. Vor allem den will er zurück. Drum macht er sich auf an die Ostküste.

Krachlederner Fäkalwitz mit Hintersinn: “Voll abgezockt”

Der betrogene Finanzfachmann will die junge Frau, deren wahren Namen er nicht kennt, von Miami nach Denver holen. Denn nur, wenn er sie den dortigen Behörden ausliefert, kann der aufopferungsvolle Familienvater sein Leben wieder ordnen. Die gemeinsame Fahrt des ungleichen Paares quer durch die USA wird erwartungsgemäß für Beide zu einer Reise in das jeweils eigenen Ich. Unerwartete Ereignisse, wie das Auftauchen mordlustiger Verfolger, sorgen dabei allerdings für jede Menge Action und Abenteuer brachial-komischer Art.

McCarthy drückt durchweg aufs Gaspedal. Nach dem Motto “Volle Fahrt voraus!” verkörpert sie zunächst nichts als eine Gaunerin übelster Sorte. Sie flucht wie ein Droschkenkutscher, wird gern mal handgreiflich und kennt auch sexuell keine Hemmungen. Geschmacksgrenzen sind ihr sowieso unbekannt. Jason Bateman variiert die von ihm schon in “Wie ausgewechselt” erfolgreich interpretierte Rolle des verklemmten Bürokraten dagegen geradezu sensibel mit Augenzwinkern, Ironie und Zurückhaltung.

Im Finale der bis dahin vor allem auf Fäkalwitz und krachledernen Humor setzenden Klamotte nähern sich nicht nur die Figuren einander an, sondern auch der Stil der Schauspieler. Es wird momentweise leiser und hintergründiger und damit spannender. Denn plötzlich offenbart die grelle Komik Kritik an einem Lebensstil, der nur auf Anpassung ohne jeden Mut zur Selbstverwirklichung beruht. Schöne Botschaft: Steh zur Dir selbst und nicht unentwegt unter der Fuchtel derer, die meinen, das Sagen zu haben.

Regisseur Seth Gordon (“Mein Schatz, unsere Familie und ich”) setzt ganz auf die Präsenz seiner zwei Stars. Melissa McCarthy und Jason Bateman harmonieren geradezu perfekt miteinander. Sie halten die Komödie auch dann in Gang, wenn die Handlung sich eher fadenscheinig von Gag zu Gag hangelt. McCarthy stärkt zudem ihre Zugkraft als Kassenknüller.

(APA)

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