Volksgaragen sind "Verkehrserreger"

Symbolfoto &copy Bilderbox
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Subventionierte Garagenplätze - so genannte Volksgaragen - sind "Verkehrserreger". Das geht laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aus einer Studie hervor, die der Club am Mittwoch in Wien präsentierte.

Pro Stellplatz verursachen die Volksgaragen demnach durch Subventionen und durch die Folgekosten des Verkehrs einen „Schaden“ von durchschnittlich rund 4.500 Euro pro Jahr. Vertreter des VCÖ traten gemeinsam mit einer Wiener Bürgerinitiative auf, die gegen die Errichtung einer Volksgarage im Bezirk Margareten kämpft.

Garagen bringen zusätzlich 650 Kilo Feinstaub, 9,4 Tonnen Stickoxiden und 3.500 Tonnen Kohlendioxid

Die Wiener Luft wird laut VCÖ durch die günstigen Stellplätze – bzw. den dadurch entstehenden Verkehr – mit zusätzlich 650 Kilo Feinstaub, 9,4 Tonnen Stickoxiden und 3.500 Tonnen Kohlendioxid belastet. Der Verkehrsclub forderte auf Grund dieses Ergebnisses einen Subventionsstopp für den Bau von Garagen, die Verbesserung der Öffis ins Umland sowie gestaffelte Preise für das Parkpickerl.

„Subventionierte Garagenplätze verringern nicht die Verkehrsprobleme, sondern schaffen zusätzliche. Volksgaragen sind Verkehrserreger, verursachen mehr Autoverkehr, mehr Staus und eine höhere Schadstoffbelastung. Zudem ist auch die Belastung für das Stadtbudget sehr hoch. Zu den direkten Subventionen kommen noch hohe Folgekosten durch den zusätzlichen Verkehr“, so Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut.

Parkplätze so groß wie 6. Bezirk

Schon heute gebe es in den Bezirken 1 bis 9 sowie 20 rund 230.000 Stellplätze, davon sind 124.000 öffentliche Parkplätze, 38.700 Garagenplätze und 66.400 private Stellplätze bei Wohnhäusern und Unternehmen. Allein die öffentlichen Parkplätze in diesen zehn Bezirken nehmen demnach eine Fläche von 1,4 Quadratkilometer ein. „Das entspricht der gesamten Fläche des 6. Bezirks Wien-Mariahilf“, so Rauh.

Befürworter der Volksgaragen führen demnach an, dass mit Hilfe der subventionierten Garagenplätze unnötige Kilometer beim Parkplatzsuchen vermieden werden können. „Dieses Argument stimmt nur für die ersten Wochen nach Eröffnung der neuen Garage. Danach wird das Parkplatzsuchen mit noch größerer Beteiligung durchgeführt. Denn zum einen ziehen die freien Parkplätze Autofahrer aus der Umgebung an und zum anderen steigen Benützer Öffentlicher Verkehrsmittel auf das Auto um, weil kurzfristig genügend Parkplätze zur Verfügung stehen“, kritisierte der VCÖ.

Jeder Parkplatz verursacht 13,6 gefahrene km/Tag

Untersuchungen zeigen demnach, dass jeder zusätzliche Parkplatz in zentrumsnahen Stadtteilen im Durchschnitt 13,6 gefahrene Kilometer pro Tag verursacht. In Wien erzeugt somit jeder Stellplatz laut VCÖ im Durchschnitt im Stadtgebiet 4.960 Pkw-Kilometer pro Jahr.

Der VCÖ verwies auch auf eine aktuelle Fessel-GfK-Umfrage. Demnach sehen 97 Prozent der Befragten die Verringerung der Luftschadstoffe für besonders dringlich und 80 Prozent sprechen sich für die Verringerung des Pkw-Verkehrs aus. „Der Bau von Volksgaragen steht im Widerspruch zu den Wünschen der Bevölkerung“, zeigte sich Rauh überzeugt.

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