Vikings ziehen ins Europacup-Finale ein!

Chauncey Calhoun war nur in der Endzone zu stoppen
Chauncey Calhoun war nur in der Endzone zu stoppen ©vienna.at/sportshooter.at
Dank einer Galavorstellung von US-Receiver Chauncey Calhoun besiegten die Raiffeisen Vikings am Sonntag im EFL-Halbfinale die Turek Graz Giants mit 38:22. Die Wiener stehen damit im Endspiel des Europacups; dort warten die Berlin Adler, die am Innsbrucker Tivoli gegen die Swarco Raiders mit 29:27 gewinnen konnten.
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Die Vikings erwischten einen Auftakt nach Maß: Schon mit dem ersten Ballbesitz des Angriffs erzielten die Wikinger den ersten Touchdown. Quarterback Christoph Gross fand Wide Receiver Chauncey Calhoun in der Endzone der Grazer. Dabei zeigte der Amerikaner seine große individuelle Klasse: Er stahl Giants-Verteidiger Christoph Schreiner den Ball praktisch aus den Händen. Statt Interception Giants – die ersten Punkte für die Wiener.

In der Folge machten sich die Graz Giants das Leben durch Eigenfehler schwer. Zuerst verlor Runningback Michael Andrew bei einem vierten Versuch knapp vor der Endzone der Wiener den Ball. Der Angriff der Wikinger konnte aus der Situation zwar keinen Profit schlagen, jedoch kamen die Wiener erneut an den Ball. Michael Hughes berührte den Ball beim Punt der Wiener und die Vikings konnten das Spielgerät in ihren Reihen sichern.

Die amerikanische Allzweckwaffe Chauncey Calhoun (spielte im Angriff, in der Verteidigung und in den Special Teams!) tänzelte aus kurzer Distanz zum zweiten Touchdown der Wikinger. Und die große Calhoun-Show ging noch weiter! An der eigenen 11-Yard-Linie fing er kurz darauf einen Pass von Giants-Quarterback Chris Gunn ab und trug den Ball über das ganze Feld in die Endzone der Grazer zurück – 21:0 für die Vikings.

Die Grazer erzielten in der Folge zwar einige neue Angriffsversuche, Punkte gelangen bis zur Pause jedoch keine mehr. Im Angriff wurden viele Pässe von Quarterback Chris Gunn nicht gefangen oder die Verteidigung der Vikings war zur Stelle. Bezeichnend für den Nachmittag aus Sicht der Giants: Der sonst sehr sichere Kicker Christoph Kipperer vergab einen Fieldgoal-Versuch aus knapp 25 Yards.

Die Grazer kamen nach der Pause ambitionierter aus der Kabine. Mit dem ersten Ballbesitz in der zweiten Halbzeit gelang der erste Touchdown, Quarterback Chris Gunn lief aus kurzer Distanz in die Endzone. Die Wikinger konnten jedoch postwendend den 21-Punkte-Vorsprung wieder herstellen, als der „fliegende Hawaiianer“ Josiah Cravalho mehrere Grazer spektakulär an sich abprallen ließ und zum vierten Touchdown für seine Mannschaft in die Endzone lief. Gleich im nächsten Spielzug fiel die Vorentscheidung: Giants-Receiver Wolfrum Hofbauer verlor beim Kick-Off-Return den Ball, der sich nach einem weiten Pass von Gross auf den entfesselten Calhoun in der Endzone der Grazer wiederfand.

91 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels lagen die Vikings mit 35:7 voran. Zum Drüberstreuen fing zwei Spielzüge später Vikings-Cornerback Christian Salvinetti auch noch einen Pass von Gunn ab. Die Partie war entschieden. Die Grazer konnten durch Michael Andrew und Mario Nerad noch punkten, Kramberger erzielte ein Fieldgoal für die Vikings.

Die Wiener feierten mit dem verdienten 38:22-Sieg den Einzug ins Euro-Bowl-Finale. Dort warten die Berlin Adler, die etwas überraschend am Innsbrucker Tivoli mit den Swarco Raiders den Titelverteidiger eliminieren konnten. Die Tiroler mussten nach einem 27:29 (6:13, 0:6, 21:7, 0:3) den Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung begraben. In einem dramatischen Spiel vor 4.300 Fans in Innsbruck fiel die Entscheidung durch einen Ballverlust von Raiders-Quarterback Leon Jackson III wenige Sekunden vor Schluss. Berlin eroberte den Ball und zog erstmals seit 1991 ins Eurobowl-Finale ein. Dieses wird am 4. Juli auf der Hohen Warte in Wien gespielt. “Das ist eine ganz bittere Niederlage. Durch einen Fumble kurz vor Schluss zu verlieren, tut weh,” sagte Raiders-Coach Santos Carrillo.

Chris Calacay (Headcoach Raiffeisen Vikings): „Ich bin sehr glücklich und stolz auf meine Mannschaft. Nachdem wir letztes Jahr soviel Kritik einstecken mussten, tut dieser Sieg natürlich doppelt gut. Wir haben heute über weite Strecken des Spiels fast alles richtig gemacht. Wir haben von den Fehlern der Grazer profitiert. Wer aber nicht hart arbeitet, kann auch nicht von Fehlern profitieren.
Zu Chauncey Calhoun: Er hat eine herausragende Leistung geboten. Wir haben vor seiner Verpflichtung gewusst, dass er auf beiden Seiten des Balls sehr gefährlich sein wird. Heute hat er zum ersten Mal auch in der Defense spielen dürfen und hat gleich gezeigt, was er kann.“

Chauncey Calhoun (Raiffeisen Vikings): „Wir haben großartig gespielt. Als Mannschaft haben wir heute überzeugt. Mir hat die spielfreie Woche gut getan. Das war heute eine tolle Mannschaftsleistung. Bei meinem Interception-Return-Touchdown hat Philip Stojaspal etwa vier Spieler geblockt. Daran sieht man, dass Big Plays immer eine Mannschaftsleistung sind.“

Christian Salvinetti (Raiffeisen Vikings): „Es war heute toll mit dieser Mannschaft spielen zu dürfen. Bei meiner Interception ist alles so schnell gegangen. Ich muss sie erst mal auf Video anschauen.“

Rick Rhoades (Headcoach Graz Giants): „Es war heute nicht unser bestes Spiel. Wir hatten vor der Saison Verletzungspech, aber das ist keine Ausrede. Die Vikings waren heute bereit für uns und wir nicht bereit für sie. Sie haben unsere Fehler ausgenutzt und wir haben einfach zu viele davon gemacht. Der Schlüsselmoment des Spiels war, als die Vikings gleich nach unserem ersten Touchdown selbst wieder einen nachgelegt haben.“

Raiffeisen Vikings vs. Graz Giants 38:22 (21:0)
Stadion Hohe Warte, 3.600 Zuschauer

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