Vikings-Präsident Karl Wurm: "Realistisch sind bis zu 35.000 Zuschauer"

Vikings-Präsident Wurm: "Jeder kann zu unseren Spielen kommen und eine gute Zeit haben"
Vikings-Präsident Wurm: "Jeder kann zu unseren Spielen kommen und eine gute Zeit haben" ©vienna.at/sportsshooter.at
Im zweiten Teil des Interviews mit Vikings-Präsident Karl Wurm kamen Themen abseits der Raiffeisen Vikings zur Sprache. Thomas Muck befragte den Oberwikinger zur bevorstehenden B-EM im Kärntner Wolfsberg und zur Weltmeisterschaft 2011.
Interview mit Karl Wurm, Teil 1
Football-Special auf Vienna Online

Vienna Online: Die Saison ist noch nicht vorbei. Die B-Europameisterschaft in Wolfsberg steht auf dem Programm. Hand aufs Herz – wäre nicht alles andere als der Aufstieg eine negative Überraschung?
Karl Wurm: Im Sport ist fast alles möglich! Haushohe Favoriten sterben sprichwörtlich häufig in Schönheit. Auf dem Papier sind wir der Favorit auf den Aufstieg – keine Frage. Aber eine „gmahte Wiesn“ ist es definitiv nicht! Die anderen Teams sind nicht schlecht. Wir werden um jeden Sieg hart kämpfen müssen!

Vienna Online: Hat sich mit dem Rückzug der Russen für unsere Nationalmannschaft etwas geändert?
Karl Wurm: Die Russen wären in der anderen Gruppe angetreten. Schade für das Turnier, denn ich habe in Ihnen ein sehr gutes Team gesehen.

Vienna Online: Beim Thema Nationalteam drängt sich automatisch wieder ein Thema auf. Der Quarterback. Könnte das Nationalteam ein Vikings-ähnliches Schicksal mit einer großen Spielmacherdiskussion erleiden?
Karl Wurm: Das glaube ich persönlich nicht. Ich denke wichtiger ist ein anderes Kapitel. In welchem körperlichen Zustand präsentiert sich Christoph Gross. Am Ende der Meisterschaft war er verletzt. Jetzt hängt es davon ab, wie fit er bis zum Turnier in Wolfsberg werden kann. Ich bin kein Trainer und werde nie einen Spieler öffentlich als Starter fordern. Ich nehme aber schon an, dass er (Gross) spielen wird.

Vienna Online: Das Projekt Nationalmannschaft hat durch die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2011 einen erneuten Boom erhalten. Boomt American Football in Österreich?
Karl Wurm: Es ist ein großer Erfolg, dass es uns gelungen ist die Weltmeisterschaft nach Österreich zu bekommen. Wir haben in der Vergangenheit schon bewiesen, dass wir in der Lage sind großartige Feste zu organisieren. Ob es unserem Sport einen erneuten Schub in der Popularität geben kann, wissen wir wohl erst nach dem Turnier im Jahr 2011. Ich bin aber durchaus zuversichtlich, dass es uns gelingt neue Zuschauerschichten zu erschließen.

Vienna Online: Aus Erfahrungswerten kann durchaus behauptet werdet, dass für die Organisation eines solchen Turniers zwei Jahre wenig Zeit sind. Wie sehen die derzeitigen Planungsschritte aus?
Karl Wurm: Wir sind erst am Beginn unseres Weges. Im Moment wird viel Organisatorisches erledigt.

Vienna Online: Ein solches Turnier auszurichten ist ohne öffentliche Unterstützung kaum möglich. Wie kooperativ zeigt sich das offizielle Österreich?
Karl Wurm: Die Zusammenarbeit ist äußerst positiv. Waren wir vor einigen Jahren noch – überspitzt gesagt – Leute die sich über den Haufen rennen, so gibt es heute schon eigene Budgetposten für American Football. Es gelingt uns langsam aber ständig ein Schritt weg von den „Randsportarten“ in die Mitte. Viel dazu beigetragen haben natürlich neben den Teams und ihrem sportlichen Auftreten auch die Zuschauer selbst. Die ausgelassene Atmosphäre bei den Spielen in Österreich ist ein großer Pluspunkt im kollektiven Auftreten.

Vienna Online: Muss nicht der Traum der Organisatoren lauten, dass im Jahr 2011 vor dem WM Finale folgende Schlagzeile zu lesen ist: “Finale im Wiener Ernst-Happel-Stadion restlos ausverkauft“?
Karl Wurm: Keiner von uns würde sich dagegen wehren (lacht)! Bei aller Euphorie muss man aber auch auf dem Teppich bleiben und die Lage realistisch analysieren. Ein ausverkauftes Stadion würde 50.000 Zuschauer bedeuten. Das ist nicht realistisch. 30.000 bis 35.000 Zuschauer wären schon ein schöner Erfolg mit dem wir gut leben könnten.

Vienna Online: Viel vom Turniererfolg wird davon abhängen ob es gelingt, eine Euphorie über die Medien zu entfachen. Wie sehen sie die Zusammenarbeit zwischen den Teams und der Presse?
Karl Wurm: Die Zusammenarbeit mit der Presse verläuft sehr korrekt. Kritik – wenn sie berechtigt ist – läuft auf einer sachlich sehr fairen Basis ab. Das ist gut so. Generell vermitteln die Pressevertreter die Einstellung der Teams sehr gut weiter. Dafür sind wir als Verband durchaus dankbar.

Vienna Online: Denken sie, dass hier die positive Stimmung in den Stadien hilft?
Karl Wurm: Definitiv! Bei uns wird kein Spieler ausgepfiffen wenn er verletzt ist. Im Gegenteil. Bei uns applaudieren die Zuschauer um den verletzten Spieler zu unterstützen um nur eines der so vielen Beispiele zu nennen. Egal ob Medienvertreter, Manager oder der „einfache Arbeiter“. Jeder kann zu unseren Spielen kommen und einfach eine gute Zeit haben. Vielleicht ist das der Schlüssel zum ständigen Wachstum.

Vienna Online: Welche Schlagzeile würden sie im Jahr 2012 lieber sehen – die Vikings gewinnen die Charity Bowl vor 15.000 Zuschauern oder American Football wird nach Fußball und Schifahren zur dritt populärsten Sportart in Österreich gewählt?
Karl Wurm: (schmunzelt und überlegt) Beides sehr verlockend. Wenn es ginge würde ich beides gerne annehmen!

Das Gespräch führte Thomas Muck
In Kooperation mit
sportreport.at

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