Vikings nach herber 3:14-Schlappe in der EFL out

Vikings verabschieden sich aus dem Europacup
Vikings verabschieden sich aus dem Europacup ©Foto: expa/Haumer
Alles oder Nichts lautete das Motto der Raiffeisen Vikings im EFL-Viertelfinale. Am Ende standen die Wikinger mit leeren Händen da. Bilder  | Video 

Eigenfehler, zu viele Strafen und einige interessante Entscheidungen der Trainer haben den Traum vom Europacupsieg bereits nach dem ersten Spiel beendet.

Power Football in der ersten Halbzeit
Die ersten beiden Viertel des Spiels waren geprägt von klassischem Power-Football. Beide Teams versuchten die Kontrolle an der Anspiellinie zu gelangen. Es entwickelte sich ein stark lauforientiertes Spiel.

Die ersten Punkte konnten die Gäste aus der französischen Hauptstadt erzielen. Dabei verwandelten sie auch einen vierten Versuch mit einem sehenswerten Trickspielzug.

Die Antwort der Vikings blieb verhalten. Viele Eigenfehler, unnötige Strafen und einige durchaus fragwürdige Entscheidungen im Play calling des Angriffs (Anm.: Auswahl der Spielzüge) brachten den Wikingern in Halbzeit eins nur drei Punkte auf die Anzeigetafel. Peter Kramberger erzielte praktisch mit dem Halbzeitpfiff das 3:6 mit einem Fieldgoal.

Vikings mit schwacher zweiter Halbzeit
War schon in der ersten Halbzeit sprichwörtlich „nicht alles Gold was glänzte”, zeigten die Vikings in der zweiten Halbzeit nicht die erhoffte Steigerung. Die Verteidigung der Wikinger wirkte müde und konnte dem äußerst kraftvollen Spiel der Franzosen nicht viel entgegensetzen.

Auf den Angriff der Wikinger stellte sich der Gast aus Frankreich deutlich besser ein. Mit einer aggressiveren Ausrichtung in der Box verpuffte das Laufspiel der Vikings. Im Passangriff wollte der junge Spielmacher Christoph Gross manchmal zu viel. So kam es wie es kommen musste: Die Pariser erzielten durch Marc Angelo Soumah im dritten Viertel ihren zweiten und letzten Touchdown des Spiels.

Kein Aufbäumen in Violett
Wer beim Zwischenstand vom 3:14 mit einer Reaktion der Vikings spekuliert hatte, wurde enttäuscht. Der Angriff agierte bemüht, aber planlos – Spielmacher Gross wurde mit Fortdauer des Spiels immer nervöser. Varianten oder Trickspielzüge blieben aus. Bei einigen Spielern fehlte scheinbar der Glaube an den möglichen Aufstieg. Wohl auch aus diesem Grund konnten die Vikings in der zweiten Halbzeit keinen (!) Punkt erzielen.

Sportlich sind die Vikings – gemessen an den überragenden Leistungen der letzten Jahre – endgültig in der Krise angelangt. Auf dem Spielfeld und an der Seitenlinie herrscht eine hohe Fehlerquote. Von dem dominanten Team, das in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg eilte, ist wenig übrig. Zwei Fumbles von Chris James (jeweils in guter Feldposition) haben den Vikings heute einige Punkte gekostet. Jedoch wäre ein Vikings-Sieg aufgrund der hohen Fehlerquote kaum wahrscheinlich gewesen.

Ernüchterung bei den Vikings
Kann der Grunddurchgang in der AFL durchaus noch unter die Rubrik “Findungsspiele” abgelegt werden, so konnten die Wikinger in ihrer ehemaligen Paradedisziplin Europacup nicht an die durchwachsenen Leistungen der AFL-Saison anschließen - zu eindimensional präsentierte sich die Unit von Offensive Coordinator Vince Lelard. So waren die Vikings nicht viel mehr als ein “Petit dejeuner” für die Gäste aus Frankreich. Einen Trost haben jedoch alle, die die Hohe Warte heute verließen: Man ist an dem Punkt angelangt, von dem es nur noch bergauf gehen kann.

Jeffrey Welsh (Quarterback Flash): “Es war ein sehr hartes Spiel, sicherlich der heißeste Tag, an dem wir heuer gespielt haben. Aber wir haben uns gut vorbereitet, viel Wasser getrunken. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Unsere Defense hat eines der besten Spiele dieses Jahres gemacht, sie haben keinen Touchdown zugelassen. In der Halbzeit hat unser Coach gesagt: Wenn ihr sie nicht scoren lässt, dann gewinnt ihr. Das ist aufgegangen.”

Chris Calaycay (Vikings-Headcoach): “Es war ein umkämpftes Spiel, die Franzosen haben verdient gewonnen. Flash ist ein sehr gutes Footballteam, sie haben zwei außergewöhnlich starke Runningbacks und eine körperlich starke Offense-Line. Wir hatten den Ball zwei Mal kurz vor deren Endzone und konnten die Chancen nicht verwerten, das war sicherlich mitentscheidend. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Austrian Bowl, da ist noch alles offen. Natürlich müssen wir besser spielen als in den letzten Wochen, dafür werden wir im Training hart arbeiten.”

Vince Lelard (Offensive Coordinator Vikings, ehem. Headcoach Flash): “Wir haben heute zu fehlerhaft agiert. Die Offense ist ein junges Team, wir müssen jetzt weiter arbeiten, um in der AFL zu reüssieren. Für die Vikings-Fans ist es natürlich eine neue Situation, sie haben in den letzten Jahren so viel Erfolge gefeiert. Heuer ist die Situation eine andere: Das Team ist sehr jung, wir müssen sie an den Erfolg heranführen. Jetzt haben wir drei Wochen, bis die AFL-Playoffs starten. Bis dahin werden wir im Training unser Bestes geben, um uns zu verbessern.”

European Football League – Viertelfinale
Raiffeisen Vikings – Flash de la Courneuve 3:14 (3:6)
Stadion Hohe Warte, 4.000 Zuschauer

Thomas Muck
In Kooperation mit sportreport.at

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