Vier Tote bei Amoklauf in Ludwigshafen

Bei einem Amoklauf eines 69-jährigen Italieners sind am Donnerstag in Ludwigshafen vier Menschen getötet worden - darunter der Schütze.

Bei einem Amoklauf in Ludwigshafen hat ein 69-jähriger Italiener heute, Donnerstag, drei Menschen und sich selbst getötet. Zuerst erschoss er mit einer großkalibrigen Waffe einen 45-jährigen Arzt in einer Praxis im Stadtteil Süd. Kurz darauf verletzte der Mann einen weiteren Mediziner in dessen Praxis tödlich. Bevor Beamten den Täter festnehmen konnten, richtete sich dieser selbst. In der Wohnung des Mannes fand die Polizei die Leiche seiner 71-jährigen Ehefrau. Das Motiv blieb zunächst unklar.

Den Ermittlungen zufolge hatte sich der 69-Jährige gegen 11.00 Uhr in einer Gemeinschaftspraxis im Ludwigshafener Stadtteil Süd nach dem 45 Jahre alten Internisten erkundigt. Als er ihm im Flur begegnete, schoss er mehrmals. Der Arzt starb noch am Tatort. Danach fuhr der 69-Jährige mit einem Mercedes älterer Bauart zu einer zweiten Praxis in dem selben Stadtteil.

Während die Polizei den Tatort noch untersuchte, wurde gegen 11.20 Uhr über Notruf schon die zweite Tat gemeldet. Der 69-Jährige hatte sich in der anderen Internistenpraxis im selben Stadtteil nach dem 37 Jahre alten Arzt erkundigt. Er öffnete ein Behandlungszimmer und schoss mehrmals auf den Mediziner, der wenig später in einer Klinik starb.

Durch Zeugenangaben konnten Polizisten den Wagen des Schützen kurze Zeit später im Stadtteil Hemshof stoppen. Als eine Weiterfahrt unmöglich war, schoss sich der 69-Jährige ins Herz und starb wenig später.

In der Wohnung des Pensionisten fanden Polizisten die 71 Jahre alte Ehefrau erschossen auf. Das Ehepaar war bei den Internisten in Behandlung gewesen, verlautete aus Sicherheitskreisen. Die 71-Jährige bei beiden Opfern, ihr Mann nur bei dem 45-Jährigen Arzt. Das Motiv liege möglicherweise im Misserfolg einer Behandlung, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig. Eine Obduktion wurde angeordnet.

Bei einer anderen Bluttat im Mai 1999 in Ludwigshafen hatte ein 25-Jähriger aus Ärger über ein Operationsergebnis den Direktor der HNO-Abteilung des Klinikums erschossen. Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt.

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