AA

Viennas Punch: Kellerderby Sieg

In der drittletzten Runde der Saison ging es für die Vienna und Gratkorn um sehr viel: bei einer Niederlage wäre der Abstieg von der Vienna besiegelte Sache gewesen. Doch dank einer ambitionierten Leistung und nicht zuletzt wegen einer inferioren Gratkorner Defensive siegte man verdient mit 3:1 und gab die rote Laterne an den Gegner ab...
Bilder vom Spiel

Gleich auf sechs Positionen stellte Vienna Trainer Alfred Tatar im Vergleich zur letzten Runde (1:1 gegen St. Pölten) um. Topic und Osoinik waren nicht einmal auf der Ersatzbank. Außerdem kam überraschend Routinier Andreas Fading im Sturm zum Einsatz, Stammstürmer Hosiner durfte nur auf der Ersatzbank Platz nehmen.Von Beginn weg bestimmten Nervosität und Hektik auf beiden Seiten das Geschehen.

Davon wurde auch Schiedsrichter Einwaller angesteckt, der der Vienna einen sehr fragwürdigen Elfmeter in der fünften Minute zusprach: Djokic ließ sich wie schon so oft in dieser Saison nach minimaler Berührung des Gegners fallen und verwertete diesmal den Elfmeter ganz sicher. Die Gratkorner Abwehr zeigte von Beginn weg eklatante Schwächen: vor allem aus Fehlern der Steirer ergaben sich zahlreiche blau gelbe Einschussmöglichkeiten. Markovic kam innerhalb von zwei Minuten aus aussichtsreicher Position zum Schuss (15., 17.) verzog aber beim Freistoß, während Goalie Götzinger später hielt. Er blieb zwar auch nicht fehlerlos, war aber in der Hintermannschaft der Gratkorner dennoch der Beste. In der 24. Minute rettete er aus dem Strafraum herauslaufend mit dem Kopf vor Djokic, drei Minuten später musste er aber sich erneut geschlagen geben. Nach einem Fehler von Tesevic und guter Übersicht von Andy Fading der den Ball für Wolfgang Mair heiß hielt, konnte dieser einnetzen.

Vereinzelt kamen die Gratkorner zwar vor das Vienna Tor, ohne aber Chancen heraus zu spielen. Einzig aus Standardsituationen wurde man das eine oder andere mal gefährlich. Aus dem Spiel heraus war nur eine Einzelaktion vom linken Mittelfeldmann Steiner gut. Der kleinste und jüngste Goalie der Liga, Marc Traby machte seine Sache aber wie bisher immer sehr gut und parierte traumhaft. An sich schaute es nach der ersten Halbzeit nach einer klaren Sache aus, doch wie so oft in dieser Saison begann die Vienna nach einer Führung zu zittern. Es wäre ja nicht das erste mal gewesen, dass man einen sicher geglaubten Vorsprung aus der Hand gibt…

Die Vienna ließ sich in Halbzeit Zwei zurückfallen und wartete auf Kontermöglichkeiten, die sich zum Teil ergaben aber auch nicht wirklich zwingend waren. Gratkorn zeigte weiter eklatante Schwächen im Spielaufbau und Stellungsspiel, wurde aber aus Standards gefährlich. In der 68. Minute kam es zu einer ausgleichenden Gerechtigkeit: diesmal wurde Djokic im Strafraum von Tesevic tatsächlich gefoult, doch Thomas Einwaller blieb stumm. In der Folge flaute die Partie etwas ab und die 2500 anwesenden Vienna Fans wurden unruhig, schließlich kassierte man in den letzten beiden Runden späte Ausgleiche und auch diesmal wurde es noch kurzfristig spannend: Nach Freistoßflanke von rechts durch Tesevic kann Maritschnegg einnetzen. Nun warfen die Steirer alles nach vorn, doch das Aufbäumen währte nicht lang: der nach wie vor schnelle Wolfgang Mair leitete einen Konter ein und passte perfekt auf den eingewechselten Hosiner der den Ball aber nur an die Stange setzte. Die inferiore Gratkorn Abwehr servierte den Ball noch im Strafraum Markovic zu, der überlegt einnetzte: Grenzenloser Jubel auch bei Alfred Tatar der das Tor gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Spielfeld feierte.

Somit bleibt es in den letzten beiden Runden nicht nur an der Tabellenspitze sehr spannend: Gratkorn und die Vienna (besseres Torverhältnis) sind nun punkte gleich. Aktuell würde Gratkorn absteigen und die Vienna Relegation spielen.Aber: auf den achten Hartberg fehlen den Döblingern nur zwei Punkte. Zusätzlich trifft man in der nächsten Runde auswärts auf die Hartberger, die aber noch ein Spiel weniger am Konto haben. Auch Gratkorn wird die Meisterschaft jetzt nicht aufgeben und muss noch gegen Gratkorn (h) und WAC/St.Andrä (a) ran.

First Vienna 1894 – FC Gratkorn 3:1 (2:0); Hohe Warte, 2500 Zuschauer, Schiedsrichter: Thomas Einwaller

Tore: Djokic (5., E.), Mair (28.), Markovic (89.); Maritschnegg (87.)

First Vienna: Traby; Kröpfl, Dospel, Beciri, Salvatore; Stanisavljeivc (64. Kienzl), Mattes (65. Strohmayer), Markovic, Mair; Fading (57. Hosiner), Djokic

FC Gratkorn: Götzinger; Tesevic, Perchtold, Kasalo, Steiner; Zündel (65. Bernhart), Säumel, Gründler, (57. Maritschnegg), Gsellmann; Parapatits, Bernsteiner (57. Eibinger)

Gelbe Karten: Djokic, Kröpfl, Markovic, Fading; Gsellmann, Steiner, Götzinger

Alfred Tatar (Vienna Trainer): Der Elfmeter hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir waren aber auch sonst die bessere Mannschaft, auch wenn die Stimmung in der Mannschaft natürlich trotz allem sehr angespannt gewesen ist. In den letzten beiden Runden müssen Siege her.

Paul Steiner (Gratkorn Trainer): Die Leistung war vor allem in der ersten Halbzeit indiskutabel. Elfmeter hin, Elfmeter her. Für den Klassenerhalt schätze ich die Chancen auf 50:50 ein, dabei müssen wir uns aber natürlich ganz anders als heute präsentieren.

  • VIENNA.AT
  • Wien-Fußball
  • Viennas Punch: Kellerderby Sieg
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen