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Viennale 08 - "Ein Augenblick Freiheit"

In seinem ersten Spielfilm "Ein Augenblick Freiheit" erzählt Arash T. Riahi von der Odyssee dreier iranisch-kurdischer Flüchtlingspaare.

Riahi, der selbst im Kindesalter aus dem Iran geflüchtet ist, hat viel Autobiografisches in seinen Film einfließen lassen. Am 23. Oktober feiert der bereits mehrfach ausgezeichnete Film im Rahmen der Viennale seine Österreich-Premiere. Am 9. Jänner kommt “Ein Augenblick Freiheit” regulär ins Kino.

Im Mittelpunkt von Riahis Film stehen Menschen, die ihr Glück jenseits der Heimat suchen. Zugleich ist dies aber auch der Spielfilm zu seinem Dokumentarfilm “Exile Family Movie”. Sieht man dort das glückliche Zusammentreffen der Großfamilie in Mekka, so erzählt der Spielfilm nun, wie Riahis Geschwister von zwei jungen Cousins nach Österreich gebracht wurden. Auf der Flucht landen auch sie in der Türkei, in einer Grenzstadt, wo sie in einem Hotel gemeinsam mit anderen auf den Asylbescheid warten.

Dort gibt es etwa den optimistischen Kurden Manu (Fares Fares) und den schwermütigen politischen Aktivisten Abbas. Einmal jagt Manu durch den Park in Ankara, um einen Schwan als Abendessen servieren zu können. Da gibt es ein Ehepaar, bei dem der Mann seiner Frau nicht gestehen will, dass er keinen positiven Asylantrag bekommen hat. Mittendrin Riahis Geschwister, die in diesem Zwischenstadium, als der Cousin Merdad einmal feiern will, mit dessen Freund in die Fänge des iranischen Spitzeldienstes kommen. Irgendwann ist es in dem Film aber nicht mehr wichtig, ob es nun Riahis eigene, fertig erzählte Familiengeschichte ist. Die weiteren Schicksale hat der Regisseur in langer Recherche gesammelt und in den Film eingebaut. Da geht es etwa um die Zweifel, die die Flüchtigen plagen: War es richtig, alle und alles für ein besseres Leben abseits der diktatorischen Unterdrückung zu wählen?

Der Film hat ein rasantes Tempo und zieht den Zuseher mitten ins Geschehen. Der von Wega Film (A) und Les Films du Losange (F) produzierte Film hat starke Bilder, beschönigt nichts, wie etwa in der Darstellung einer Hinrichtungsszene oder des verzweifelten Selbstmords eines Flüchtlings, der sich vor dem UNO Gebäude anzündet. Man sieht aber ebenso ungewöhnlich komische Szenen aus dem Alltag, Momente großer Liebe und mangelnden Vertrauens oder Freundschaftsbeweise. Bei der Flucht von Riahis Geschwistern durch die karge Berglandschaft werden die Nerven der Zuseher stark strapaziert. Aber zumindest in diesem Fall weiß man um ein sicheres Happy End. Arash T. Riahi, seine Eltern und seine beiden Geschwister leben alle in Wien.

Die Vorbereitungszeit für den Film hat nach Angaben des Regisseurs fast acht Jahre gedauert. Eine Zeit, in der Stoff und Umsetzung zu einem sehenswerten, berührenden Film heranwuchsen.

“Ein Augenblick Freiheit” Vorführungen: 23.10., 18 Uhr, Wiener Gartenbaukino (OmedU), 26.10., 11 Uhr, Wiener Künstlerhauskino (OmeU), http://www.viennale.at; http://www.foramomentfreedom.com/wordpress

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