Vienna wieder auf der Verliererstrasse

Es waren vielversprechende Vorzeichen: die Blau Gelben siegten letzte Woche völlig überraschend auswärts gegen Tabellennachbarn St. Pölten. Man empfing den nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz Zweiten der Liga: WAC/St. Andrä. Spitzenpartie wurde es trotz fünf Toren dennoch keine...

Gleich in der dritten Minute die Schlüsselszene des Spiels: Viennas Abwehrchef und Kapitän passt zu kurz und noch dazu hoch auf Goalie Traby. Ein Geschenk für den Führenden der Torschützenliste Christian Falk der Viennas Schlussmann nur noch zu überlupfen brauchte. Wer mit einer Reaktion der Hauptstädter auf diesen unnötigen Fehler rechnete, der irrte. Ganz im Gegenteil: aus der zweiten Chance resultierte das zweite Tor für die Kärntner: von Viennas Kerschbaumer prallte nach einem Herumgestocher an der Strafraumgrenze der Ball unglücklich zu Falk ab, der passte auf den plötzlich völlig freien Kerhe in den Strafraum, der nur noch flach einzuschießen brauchte. Alfred Tatar, der schon zuvor sichtlich viele Nerven verloren hatte, wechselte zwei seiner heute sehr Farblosen aus: Jelenko und Markovic fielen überhaupt nicht auf, setzten keine Akzente und wurden nach nur 33 Minuten durch Tiffner und Mattes ersetzt. Die Vienna in der ersten Halbzeit viel zu ideen-, und konzeptlos. Sie konnte mit dem Forechecking der Wolfsberger nicht umgehen und kassierte aus daraus resultierenden Fehlern zwei Tore. Dieser Vorsprung zur Pause war zwar etwas schmeichelhaft, dennoch waren die Kärntner die bessere Mannschaft, die sich auch nach dem 2:0 nicht hinten reinstellte, sondern mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit durch Falk fast noch ein drittes Tor schoss. 

Wie schon so oft in dieser Saison präsentierte sich die Vienna in der zweiten Halbzeit weitaus besser: plötzlich spürte man, dass da noch etwas gehen könnte. Die eingewechselten Mattes und Tiffner brachten frischen Schwung und waren an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt. So nahm sich Ersterer auf der rechten Seite ein Herz überspielte Sollbauer mustergültig , tankte sich im Strafraum auch noch durch und netzte ein. Die Vienna wurde immer wieder über Flanken gefährlich. Der dritte eingewechselte Vienna Spieler: Mario Kröpfl flankte scharf zur Mitte, dennoch an sich ein Fall für den Wolfsberger Goalie Dobnik, doch sein Mitspieler Baldauf köpfelte kurz vor ihm den Ball zentral nach vorne, genau auf die Füße von Kerschbaumer der wunderschön einschoss. Jetzt war es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten: wenn der Torschützenerste Falk am Ball war, wurde es meist gefährlich und auch seine Mittelfeldmänner Kreuz, Zakany und Kerhe sorgten für Akzente und Chancen. Schließlich zimmerte sich die Vienna erneut ihr Schicksal selbst: Hattenberger ging nach einer scharfen Flanke von Kerhe mit der Hand zum Ball: eindeutiger Elfer, den sich Falk nicht nehmen ließ und seinen Vorsprung in der Torschützenliste mit Treffer 14 ausbauen konnte.

 

Die Schlussphase wurde zwar noch ruppig, die beste Chance hatte wiederum der WAC/St.Andrä. Zakany scheiterte aus spitzem Winkel an Marc Traby. Es blieb beim 2:3. Somit sind die Kärntner weiterhin mit Altach punktegleich an der Tabellenspitze. In dieser Form gehören sie aber dort trotz ihres passablen Spiels nicht hin. Die Vienna stellte sich selbst zwei Beine und verpasste die Chance gleich um zwei Plätze, auf Rang Sechs zu klettern.

 

First Vienna – WAC/St.Andrä 2:3 (0:2), Hohe Warte, 1600 Zuschauer, Schiedsrichter: Robert Schörgenhofer

Tore: Mattes (56.), Kerschbaumer (74.); Falk(3., 81.), Kehre (20.)

 

First Vienna: Traby; Rathfuss (46. Kröpfl), Dospel, Beciri, Salvatore; Hattenberger; Kerschbaumer, Markovic (33. Mattes), Mair; Jelenko (33. Tiffner); Djokic

 

WAC/St.Andrä: Dobnik; Suppan (54. Zakany), Sollbauer, Jovanovic, Kerhe; Ynclan Pajares (77. Gotal), Kreuz, Putsche, Baldauf; Stückler (64. Topcagic), Falk

 

Gelbe Karten: Salvatore, Dospel, Hattenberger, Kröpfl; Kerhe, Putsche

 

Stimmen zum Spiel: 

 

Alfred Tatar (Vienna Trainer): Ich verstehe es einfach nicht. Die erste Halbzeit war von allen Spielern, mit Ausnahme von Wolfgang Mair eine Frechheit. Wir hätten die Chance gehabt uns vom Tabellenende abzusetzen und an St. Pölten vorbeizuziehen aber so wird das sicher nichts. 

 

Nenad Bjelica (WAC/St. Andrä Trainer): Obwohl wir gewonnen haben, war es kein gutes Spiel. Wir haben aber bis zum Schluss gut gekämpft und mit etwas Glück gewonnen.

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