Vienna verliert gegen St. Pölten in letzter Minute 3:4

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Gegen seinen Ex-Klub St. Pölten -  als Spieler und späterer Trainer -  hatte Viennas Trainer Alfred Tatar nicht viel zu lachen. Nach einer ruppigen Partie mit vielen Höhepunkten setzte es schlussendlich einen 4:3-Sieg der Sankt Pöltner.
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Die ersten Spielminuten plätscherten noch dahin. St. Pöltens erst 18-jähriger Schlussmann Christoph Riegler schoss den am Sechzehner stehenden Djokic beim Abstoss ab -  ohne Nachwirkungen. Zunächst keine besonderen Vorkommnisse. Doch plötzlich ging es Schlag auf Schlag: Vereinzelte zaghafte Vienna Angriffe und sehr häufige Abspielfehler auf beiden Seiten waren zu verzeichnen.

Wie aus dem Nichts gingen die Sankt Pöltner nach einem schönen Tor der Nummer 17, Florian Zellhofer, in der 17. Minute in Führung. Er legte sich den Ball mit der Brust selbst auf und hatte zusätzlich am Sechzehner noch genügend Zeit und Platz zum Volley-Drehschuss. Im ersten Moment wirkte es noch so, als könnte Lukse abwehren, seine Abwehr landete jedoch im eigenen Tor.

Die Vienna hatte sich kaum vom Schock erholt, als Fröschl mutterseelenallein im Strafraum von rechts flach einschiessen konnte. Einzig über die rechte Seite durch den beherzten Salvatore kamen die Döblinger zu vereinzelten Vorstössen, zwingende Torchancen schauten freilich keine heraus. Auf der anderen Seite legte Pereira den Niederösterreichern die nächste Großchance kurz vor der Halbzeit auf. Überhaupt hatten er und Rathfuss große Abstimmungsschwierigkeiten in der Innenverteidigung. Bei jedem Vorstoss des Gegners in den Strafraum wurde es kritisch, während die in der bisherigen Saison defensiv auch nicht unbedingt sicheren Sankt Pöltner, hinten nicht wirklich etwas anbrennen ließen.

Durch die erste Chance in der zweiten Halbzeit konnte die Vienna auf 1:2 verkürzen. Nach wie gewohnt gut angetragenem Corner durch Rade Djokic köpfelte Pereira aus kürzester Distanz ein. Die Freude währte nicht lange, auch auf der Gegenseite kam es nach einem Corner zum Tor: 3:1 für St. Pölten. Doppelpack durch Fröschl. Danach folgte ein Fehlpass dem nächsten. Erst Djokic nahm sich bei einem Freistoss ein Herz und schoss traumhaft aus knapp 30 Metern in die Kreuzecke.

Die Partie wurde hitzig, Fouls, strittige Situationen und einige fragwürdige Entscheidungen vom Schiedsrichtergepann folgten im Minutentakt. Dennoch wurde weiter gespielt und auch die Defensive der Niederösterreicher zeigte Schwächen.
Nach Strohmayer Flanke, die die Sankt Pölten Abwehr komplett aufmachte, überhob Hosiner Christoph Riegler traumhaft. In der 85. Minute folgte schließlich die nächste umstrittene Schiedsrichterentscheidung. Nach einer vermeintlichen Attacke an Djokic im Strafraum entschied Benjamin Steuer auf Schwalbe.

Nachdem Djokic bereits Gelb gesehen hatte, musste er somit das Spielfeld verlassen. Dies brachte Alfred Tatar endgültig in Rage, er warf sich auf das Spielfeld. Dies setzte die Verbannung auf die Tribüne. Auch zu Zehnt warfen die Blaugelben noch einmal alles nach Vorne. Den Matchball hatte allerdings Fröschl am Fuss, er vergab freistehend aus kurzer Distanz.

Kurze Zeit später konnte Lukse einen gefährlichen Freistoss der Niederösterreicher noch abwehren. Doch nach verunglückter Abwehr von Lukse schossen die Niederösterreicher in der Nachspielzeit doch noch den Siegestreffer. Fröschl zum Dritten und sein achtes Tor im sechsten Spiel!  Schlussendlich hatte sich die Vienna die Niederlage aber aufgrund der wiederholt schlechten Abwehrleistung selbst zu verdanken. Die Niederösterreicher hingegen feierten ihren dritten Sieg in Serie.

Stimmen zum Spiel:

Alfred Tatar: “Wir haben zwei Mannschaften gesehen, die unbedingt siegen wollten. Die erste Halbzeit hatten wir defensiv Probleme. Nach der Halbzeit haben wir beherzt und mit Leidenschaft gespielt. So wie ich mir das vorstelle. Leider hat es nicht zu dem Punkt gereicht. Zum Schiedsrichterteam möchte ich jetzt nichts mehr sagen.”

Martin Scherb: “Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so eng wird. Der Sieg war aufgrund des späten Tores glücklich, aber meine Mannschaft hat schon von Anfang an gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollten.”

Thomas Fröschl:
“Die Vienna hat zwar nie aufgegeben, aber wir haben verdient gewonnen. Ich habe derzeit einen Lauf und fühle mich in St.Pölten sehr wohl. Mal schauen was kommt, in Zukunft würde ich aber sehr gerne in der Bundesliga spielen, oder bei St. Pölten bleiben.”

First Vienna FC 1894 – St. Pölten  3:4 (0:2)

Hohe Warte, 1700 Zuschauer, Schiedsrichter: Benjamin Steuer

Tore: Zellhofer (17.), Fröschl (20.), Fröschl (55.); Pereira (50.), Djokic (69.), Hosiner (78.), Fröschl (91.)

Aufstellungen:

First Vienna: Lukse – Frenzl, Pereira, Rathfuss, Salvatore – Hiba (58. Kröpfl), Martinez, Toth (63. Strohmayer), Hosiner – Topic, Djokic

SKN St. Pölten: Riegler – Ismaili, Rödl, Popp, Zwierschitz – Becirovic (82. Ambichl), Brandl (64. Keusch) , Fallmann, Gruberbauer – Fröschl, Zellhofer (72. Wojtanowicz)

Gelbe Karten: Hosiner, Topic, Marinez; Ismaili, Fallmann, Zwierschitz
Gelb-Rot: Djokic

Bericht: Jan Braula

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