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Vienna Capitals: Saisonziel erreicht und verfehlt zugleich

Kevin Gaudet beim letzten Saisonauftritt der Capitals
Kevin Gaudet beim letzten Saisonauftritt der Capitals ©APA
Die Saison 2009/10 für die Vienna Capitals ist Geschichte. Die Wiener scheiterten im Semifinale an Liwest Linz in der „Best of seven“-Serie mit 3:4 (nach 3:0-Führung). Eine Analyse der abgelaufenen Spielzeit, die aus mehreren Gründen stark an die Vorsaison erinnert.

Trainer nimmt Schuld auf sich
Nach dem letzen Spiel nahm Capitals Trainer seine Mannschaft aus der Kritik. Der 46-jährige Kanadier übernahm die Verantwortung für das Halbfinal-Aus seines Teams. In den beiden Play-Off-Serien gegen SAPA Fehervar und Liwest Linz war der Headcoach der Wiener in die Kritik geraten, unter anderem wurde ihm die Nibelungentreue zum formschwachen Goalie Frederic Cassivi und das Negieren von vorhandenen Nachwuchstalenten vorgeworfen.

 

Dass die vierte Angriffslinie wenig Eiszeit bekommt, ist in den letzten Jahren ein Dauerthema in Kagran. „Ich habe fast die komplette Saison mit vier Angriffslinien spielen lassen. Richtig ist, dass ich ab dem letzten Drittel auf drei Linien umgestellt habe“, kontert Gaudet die Vorwürfe. Der Kanadier besitzt einen Vertrag für die kommende Saison. Ob er jedoch nach Wien zurückkehrt? Nach dem erneuten Scheitern im Semifinale rechnen Beobachter mit einem Trainerwechsel bei den Caps.

 

Mangelnde Selbstkritik?
Nach dem historischen Ausscheiden gegen solide (aber nicht außergewöhnlich starke) Linzer war Ursachenforschung angesagt. Die Capitals hatten ab Spiel vier einige Möglichkeiten, die Serie zu entschieden. Sowohl in Spiel fünf aber auch in Spiel sieben konnten die Wiener einen Vorsprung von zwei Toren nicht über die Zeit bringen. Ein Umstand, der wohl nicht nur auf die Schiedsrichterleistung oder die fehlende Form einiger Einzelspieler zurückzuführen ist. „Einige Spieler waren einfach nicht mehr in der Lage, mehr als 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abzurufen“, erklärte Rafael Rotter, selbst einer der stärksten Akteure im Capitals-Dress.

 

Verletzt spielende und müde Schlüsselspieler
Die Wiener hatten in der abgelaufenen Saison erneut großes Verletzungspech. Phasenweise fehlten zwischen fünf und neun Spieler wegen diverser Verletzungen und Erkrankungen. Einige Leistungsträger absolvierten die vergangenen Wochen mit Verletzungen. „Ich möchte über meine Ellbogenverletzung gar nicht mehr großartig sprechen. Ich habe Probleme und sollte wieder einige Wochen pausieren. Aber dann wären die Play-Offs vorbei“, hatte beispielsweise Pat Lebeau vor dem Beginn der Viertelfinalserie gegen SAPA Fehervar gesagt. Weitere Leistungsträger wie Dan Björnlie zogen Verletzungen durch die Saison und standen damit auf dem Eis.

 

Aber war es nur der (über)lange Grunddurchgang oder die Verletzungsmisere, dass die Capitals – wie in den letzten Jahren – während der Play-Off-Serien körperlich und geistig müde wirkten? Die Schlüsselspieler wie Gratton, Lebeau oder Björnlie erhielten in den entscheidenden Spielen viel Eiszeit. Zuviel? Im Vergleich mit den beiden Play-Off-Gegnern wirkten die Capitals in den entscheidenden Momenten nicht frisch.

 

Unkonstanter Goalie
An den Leistungen von Goalie Frederic Cassivi scheiden sich die Geister. Während er noch im Grunddurchgang in einigen Spielen die Wiener vor sicheren Gegentreffern bewahrt hatte, zeigte Cassivi seit dem Beginn der Viertelfinal-Serie gegen SAPA Fehervar deutliche Schwächen. Ein Zeichen seiner (zu) vielen Einsätze? Ersatzmann Rudi Hummel bekam praktisch keine Einsatzzeit – er konnte aber dann aber in der Regel überzeugen. Warum er dennoch über eine Handvoll Einsätze nicht hinaus kam bleibt ein Geheimnis.

 Perspektivspieler versauern auf der Reservebank
Den Vienna Capitals eilen einige Klischees voraus. Eines davon ist, dass Perspektivspieler in Wien auf der Ersatzbank versauern. Heuer schien es – auch bedingt durch die Verletzungsmisere – zunächst anders zu sein. Die „jungen Wilden“ bekamen ihre Chancen und wussten durchaus zu gefallen. Doch vor den Play-Offs wurde erst Tino Teppert für einen weiteren Legionär geopfert, danach wurden Spieler wie Riener, Nageler und Kraxner auf die Ersatzbank beordert. Immerhin Spieler, die unter Teamchef Bill Gilligan ins Nationalteam einberufen wurden.

Fans zeigten Unmut
Dem Wiener Eishockeyfan wird nachgesagt, er würde im Erfolgsfall die Augen verschließen. Nach dem Aus gegen Linz gab es zum ersten Mal in der Ära Kevin Gaudet Sprechchöre gegen den Trainer. Ein weiteres Warnsignal für die Vereinsleitung der Capitals ist, dass nicht jedes Play-Off-Heimspiel ausverkauft war. In der kommenden Saison wird das Fassungsvermögen der Schultz-Halle erweitert. Auf die Vereinsleitung der Capitals wartet über die spielfreie Zeit in diesem Bereich viel Arbeit. 

Was nun?
Die Baustellen im sportlichen Bereich sind offenkundig. Trotz offensichtlich guter Stimmung innerhalb der Mannschaft rumort es in Wien-Donaustadt. Ein Beispiel dafür ist die Kaderplanung für die kommende Saison: Während andere Teams bereits mit Vertragsabschlüssen an die Öffentlichkeit gehen können, gibt es von Seiten der Capitals nur Absichtserklärungen. Die Mehrzahl der Spieler meint, dass sie gerne auch in der kommenden Saison für die Wiener spielen würde.

 In den nächsten Tagen finden bei den Capitals die ersten Gespräche für die kommende Saison statt. Präsident Hans Schmid kündigte an, das Budget kürzen zu wollen. Teure Abenteuer wie die Verpflichtung von Sarault, Lemieux oder Bootland während der Saison haben bewiesen, dass sich der Erfolg nicht erkaufen lässt. Die Capitals brauchen rasch ein sportlich attraktives, langfristiges Konzept. Auch wenn man das erklärte Saisonziel Halbfinale erreicht hat und dort nur denkbar knapp gescheitert ist: Nicht nur auf den Rängen der Schultz-Halle hatte man das Gefühl, dass heuer mehr möglich gewesen wäre. Viel mehr.

Thomas Muck/Martin Ucik

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