Viele Promis am Jägerball

Der traditionelle Jägerball ging in der Wiener Hofburg über die Bühne, mehr als 5.000 Gäste - darunter zahlreiche Promis - tanzten bis in den frühen Morgen.

Von Finanzkrise keine Spur: Bis auf den letzten Platz gefüllt und seit April des Vorjahres restlos ausverkauft, fegten Montagnacht mehr als 5.000 Dirndl und Trachtenjanker in der Wiener Hofburg über das Tanzparkett. Der 88. Jägerball ging mit reichlich Glamour und – trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten – hohem Promifaktor über die Bühne. “Das ist der Ball der Bälle”, betonte der Wiener Landesjägermeister, Günther Sallaberger, in seiner Eröffnungsrede. “Ich bin zwar kein Jäger, fühle mich ihnen aber deshalb sehr verbunden, weil ich ein guter Esser bin”, scherzte etwa der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S). Die Patronanz hatte heuer die Bundeshauptstadt übernommen.

Dass sich so mancher Promi in Krisenzeiten vom Feiern abhalten lässt, davon hält Häupl nichts, wie er im Gespräch mit der APA betonte. “Solche Pseudoaktionen mag ich nicht, dass man sagt, ich gehe auf keinen Ball wegen der Wirtschaftskrise.”

Dass Jägerball-Stammgast Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad dem Opernball fernbleiben will, habe nichts mit der Krise zu tun, meinte er gegenüber der APA. “Ich war 15 Jahre lang dort und habe jetzt auf zwei Bälle (Philharmoniker- und Jägerball, Anm.) im Fasching reduziert”, sagte er. Den Weidmännern fühlt er sich wohl näher, immerhin habe er erst am vergangenen Wochenende sein letztes Wild erlegt. “Ich habe Wildschweine geschossen”, verriet Konrad.

Der letzte Abschuss von Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (V) liegt schon weiter zurück. Im Juni vergangenen Jahres hat er einen Rehbock in seiner Heimat Radlbrunn erlegt. Gleichzeitig outete sich Pröll als leidenschaftlicher Tänzer. “Ich habe heute schon getanzt und tue das auch gerne”, sagte er. Pröll halte es “für schlecht, in schwierigen Zeiten daheimzubleiben”. Gerade die Bälle seien ein wichtiger Wirtschaftsmotor und bringen über 60 Millionen Euro ein, meinte er.

Ganz ähnlich sahen das wohl auch viele andere Politiker und Prominente, die unter dem Jägervolk gesichtet wurden: So etwa Landwirtschaft- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V), Staatssekretärin Christine Marek (V), die Wiener Umweltstadträtin Uli Sima (S), FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, ÖVP-Frauenchefin Maria Rauch-Kallat mit Alfons Mensdorf-Pouilly, die frühere ORF-Chefin und nunmehrige Raiffeisen-Medienberaterin Monika Lindner, Dompfarrer Toni Faber, Fiona Swarovski und Karl-Heinz Grasser, Nicole Beutler, Markus Rogan und Christine Reiler, Christian Niedermeier und Petra Müllner, Bettina Steigenberger, Karl Hohenlohe, Isabella und Rudi Klausnitzer.

Dass Tracht wieder Trend ist, haben vor allem die jugendlichen Ballbesucher gezeigt. Vom Luxusdirndl mit Pelzkragen, Schürzen aus edler Seide und weichem Samt, kurzen Kleidern kombiniert mit frechen Spitzenstrümpfen oder Designertäschchen zur zünftigen Tracht: Für Modefans war der Jägerball allein optisch ein Highlight. Wenig Beachtung fand übrigens das Grüppchen an Demonstranten vor der Hofburg. Mit “Schande über die Jägerbande”-Chören begrüßte es die Ballbesucher, die wiederum höchstens ein mildes Lächeln für sie übrig hatten.

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