Viele Besucher, wenig Geld im Filmmuseum

Stark ausgeweitete Aktivitäten und erfreuliche Besuchersteigerungen vermeldete Filmmuseums-Direktor Alexander Horwath am Montag in Wien.

Zudem freue er sich sehr über die Zusage des US-Regisseurs Martin Scorsese, die Ehrenpräsidentschaft des Hauses zu übernehmen. Aber er ortete auch ein „immer krasser werdendes Missverhältnis zwischen unseren Erfolgen und der Unterstützung durch die Republik“.


57.000 Besucher konnte das Österreichische Filmmuseum im Vorjahr begrüßen – eine Steigerung um 45 Prozent gegenüber 2003 oder gar um 270 Prozent gegenüber 2001. Auch weniger berühmte Namen und schwierigere Themen hätten zahlreiche Besucher angezogen, die laufende Visconti-Schau habe bereits in der ersten Woche eine Auslastung von 85 Prozent, berichtete Horwath: „Das wird wahrscheinlich die erfolgreichste Retrospektive, die das Filmmuseum je gemacht hat.“ „Eine große Freude und eine große Würdigung unserer Arbeit“ sei die Übernahme der Ehrenpräsidentschaft durch den US-Regisseur Martin Scorsese (sein Film „The Aviator“ wurde soeben mit drei Golden Globes ausgezeichnet), sagte Horwath. Scorsese, der sich sehr mit Filmgeschichte beschäftigt und sich für die Bewahrung des Filmerbes einsetzt, wird 2005/06 ein Veranstaltungsprojekt des Filmmuseums gewidmet sein.


„Wir könnten uns keinen besseren Träger des Gedankens wünschen, dem das Filmmuseum folgt.“ „Wir sind sicher das billigste Museum von Weltrang (Anm.: wie die F.A.Z. schrieb), das die Republik je hatte“, sagte Horwath und wies daraufhin, dass trotz langer, zuversichtlich stimmender Gespräche die Bundesförderung für 2005 schließlich erneut nur mit 370.000 Euro festgesetzt wurde – rund 35 Prozent niedriger als beantragt und laut Filmmuseum exakt jene Summe, die das Haus schon in den Jahren 1983 und 1984 erhalten hatte. Die Eigen- und Drittmittel überträfen bereits zahlenmäßig die Bundessubventionen, so Horwath: „Einerseits gut, anderseits etwas absurd.“

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