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Video soll die Explosion der ukrainischen Boeing zeigen

Iran-Absturz - NYT: Video mit Rakete verifiziert
Iran-Absturz - NYT: Video mit Rakete verifiziert ©AP
Ein im Internet kursierendes Video stärkt nach Einschätzung der "New York Times" die These eines Raketenbeschusses einer ukrainischen Boeing bei Teheran.
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"Das von der New York Times verifizierte Video scheint eine iranische Rakete zu zeigen, die ein Flugzeug in der Nähe von Teherans Airport trifft", schrieb das Blatt am Donnerstag (Ortszeit) in seiner Onlineausgabe.


Es verweist zudem auf andere im Internet kursierende Videos, die das Blatt verifiziert haben will. Eine unabhängige Bewertung oder gar offizielle Bestätigung dafür, dass eines dieser Videos tatsächlich den mutmaßlichen Raketenbeschuss der ukrainischen Passagiermaschine zeigt, gab es aber zunächst nicht.

Demnach zeigt ein Video eine kleine Explosion am Nachthimmel über dem Vorort Parand, die nach Ansicht der Zeitung den Moment des Raketentreffers darstellen könnte. Wörtlich heißt es: "Der Jet flog einige Minuten weiter und drehte dann Richtung Airport ein." Das Flugzeug habe da bereits Feuer gefangen "und stürzte schnell ab", wie demnach andere von der Times verifizierte Videos zeigen. Nach Angaben der iranischen Flugsicherungsbehörde war die Boeing zwei Minuten nach dem Abheben vom Teheraner Flughafen vom Radar verschwunden.

Versehentlicher Abschuss?

Das Flugzeug war am Mittwoch im Iran mit 176 Menschen an Bord abgestürzt. Zuletzt verdichteten sich Hinweise, dass ein versehentlicher Raketenbeschuss durch den Iran die Ursache sein könnte. Die Regierungen in Kanada und Großbritannien berichten von Informationen, die darauf hindeuten. Diese Theorie wird US-Medienberichten zufolge ebenfalls in den USA verfolgt. Offiziell wird die Ursache für den Absturz noch untersucht.

Flüge nach Teheran gestrichen

Das deutsche Bundesluftfahrtamt hat deutschen Fluggesellschaften indes empfohlen, den Luftraum um Teheran zu meiden. Es sei allerdings kein Verbot ausgesprochen worden, sagt eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Die Lufthansa-Tochter AUA teilte am Freitag mit, dass die täglichen Flüge zwischen Wien und Teheran bis einschließlich 20. Jänner gestrichen werden. Als Grund wurden "aktuelle Meldungen" sowie eine "veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran" genannt.

Iran wehrt sich gegen Vorwürfe

Zwei Tage nach dem Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs im Iran heizt der Streit über die Unglücksursache die Spannungen in der Region zusätzlich an. Führende westliche Staaten gehen mittlerweile von einem versehentlichen Raketenabschuss durch die iranische Luftabwehr aus. Die Regierung in Teheran wies diese Darstellung zurück und sprach von "psychologischer Kriegsführung" gegen ihr Land.

Aufklärung soll die Auswertung der Flugschreiber bringen, die am Freitag geöffnet werden sollten. Diese Aufgabe will der Iran selbst übernehmen, gegebenenfalls aber Hilfe bei den ebenfalls von dem Absturz betroffenen Ländern einholen.

Bemühung um Transparenz

Der Iran war am Freitag bemüht, Transparenz und Kooperationsbereitschaft zu signalisieren. So meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna, dass sich auch Vertreter der USA, Kanadas und Frankreichs an den Ermittlungen beteiligen werden. Auch die Daten der Flugschreiber könnten bei Bedarf nach Russland, Kanada, Frankreich oder die Ukraine geschickt werden, sagte der Chef der iranischen Behörde für die zivile Luftfahrt, Ali Abedsadeh, auf einer Pressekonferenz. Die meisten der 176 ums Leben gekommenen Passagiere waren Iraner oder iranischstämmige Kanadier, die über die Ukraine nach Kanada weiterreisen wollten. In Frankreich befindet sich der Sitz des Unternehmens, das die Triebwerke der Boeing 737-800 von Ukrainian International Airlines hergestellt hatte.

Lange Ermittlungsdauer

Die Auswertung der Kommunikations- und Flugdatenaufzeichnungen könne ein oder zwei Monate, die gesamten Ermittlungen ein bis zwei Jahre dauern, ergänzte Abedsadeh. Seine Behörde hatte bereits am Donnerstag überraschend schnell einen vorläufigen Bericht vorgelegt, worin von einem technischen Problem kurz nach dem Start die Rede war. Sicherheitskreisen zufolge waren auch westliche Geheimdienste zunächst von einer technischen Absturzursache ausgegangen.

"Jemand könnte einen Fehler gemacht haben"

Später wurde zuerst in US-Regierungskreisen und dann vom kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau die Vermutung geäußert, das Flugzeug sei unabsichtlich von der iranischen Luftabwehr mit einer Rakete abgeschossen worden. Ein US-Regierungsvertreter verwies auf Daten heimischer Satelliten, Trudeau auf Geheimdienstinformationen verschiedener Herkunft. US-Präsident Donald Trump sprach von einem tragischen Fall und sagte: "Jemand könnte einen Fehler gemacht haben - auf der anderen Seite." Anschließend schloss sich auch der britische Premierminister Boris Johnson der Abschuss-Theorie an.

Die EU gab sich indes abwartend. Es gebe noch keine umfassenden Beweise für die Ursache, sage ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag. "Wir warten noch auf die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen", forderte der Sprecher eine "unabhängige und glaubwürdige" Untersuchung. Der Flugzeugabsturz dürfte wohl auch Thema beim Sondertreffen der EU-Außenminister am Freitagnachmittag in Brüssel sein, bei dem es vor allem um die Rettung des Iran-Atomdeals gehen wird.

(APA / Red.)

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