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Verzicht oder nicht? Pro und Contra zur Fastenzeit

Zur Fastenzeit wird vor allem auf die Ernährung geachtet.
Zur Fastenzeit wird vor allem auf die Ernährung geachtet. ©pixabay.com
Die Fastenzeit steht bevor und viele wollen auf ungesunde Lebensmittel oder schlechte Gewohnheiten verzichten. Für alle, die noch unentschlossen sind, hilft vielleicht dieses Pro und Contra.
Fasten mit Fisch, Schnecken und Bier

Pro

Eins ist klar: Wir Menschen der westlichen Überflussgesellschaft leben in einer Kultur des Zuviel. Alles ist überall einfach verfügbar, einen Knopfdruck im Online-Shop entfernt, notfalls mit der Kreditkarte heute zu haben, obwohl man es sich streng genommen erst morgen leisten kann. Reicht's? Es reicht. Immer mehr Menschen haben genug davon, ständig zu völlern - und das nicht nur beim Essen. Minimalismus ist ein Riesenthema, ausgemistet wird nicht nur der Kleiderschrank à la Marie Kondo, sondern gleich Teile des Lebens. Weniger ist mehr. Passend dazu bietet sich die mit dem Aschermittwoch beginnende und mit dem Karsamstag endende Fastenzeit an, um einmal ganz bewusst den Verzicht auf etwas auszuprobieren, das sonst zum Alltag gehört - und das für einen eigentlich überschaubaren Zeitraum von 40 Tagen. Worauf dabei verzichtet werden kann, darin ist man in den letzten Jahren kreativ geworden: Begonnen beim Verzicht auf Fleisch, wie es dem ursprünglichen christlichen Gedanken entspricht, oder gleich alle tierischen Produkte, über Zucker und Naschereien bis hin zu Kaffee, Alkohol oder gar das Handy.

Es ist eine Entbehrung auf Probe, die durchaus jede Menge Sinn macht. Aus zwei Gründen: Einerseits legt man mit einem "Verzicht auf Zeit", der möglicherweise zu einem ganz neuen Wohlgefühl und einer Steigerung der Lebensqualität führt, den Grundstein für neue, bessere Gewohnheiten, die man auch nach Ostern vielleicht noch gerne beibehalten möchte. Andererseits im Sinne von "Gratitude is the attitude" - um zu einer inneren Haltung der Dankbarkeit für all jenes zu finden, das uns das ganze Jahr über immer so "selbstverständlich" zur Verfügung steht. In diesem Sinne: Frohes Fasten!

Contra

Handy-Fasten, Fleisch-Fasten, Alko-Fasten – von Aschermittwoch bis zur Osterzeit üben sich viele Österreicher in Verzicht. Was aus religiöser Tradition entstand, ist heute bereits zum Trend geworden. Diäten oder Kuren versprechen oft das Blaue vom Himmel. Durch die Abstinenz von ungesundem Essen, Alkohol, Technik und Co. bleibt das eigentliche Problem aber bestehen.

Bevor man gleich auf (feste) Nahrung verzichtet, sollte man sich eins klar sein: Fasten stresst den Körper. Für angeschlagene oder alte Menschen ist Fasten alles andere als gesundheitsfördernd. Wer durch Fasten „Schlacken“ aus dem Körper transportieren will, sitzt leider einem Aberglauben auf: Gesunde Nieren können den Körper laut Schulmedizin nämlich ausreichend filtern.

Im schlimmsten Fall können so auch bei gesunden Menschen Mangelerscheinungen auftreten. Und wer in 40 Tagen ein paar Kilos abgenommen hat, hat sie spätestens 40 Tage nach Ostern schon wieder drauf – Jojo-Effekt lässt grüßen.

Wer sich oder anderen während der Fastenzeit etwas Gutes tun will, sollte sich einmal fragen, was ihn an den übrigen Tagen davon abhält. Wer die Fastenzeit nutzt, um 40 Tage im Jahr wie ein Heiliger lebt, nur um sich die restlichen 325 Tage zu sündigen, hat das Prinzip nicht verstanden. Fastentage sind kein Freibrief, „alles in Maßen“ sollte man das ganze Jahr über praktizieren. Wer danach lebt, kann auf Fastentage getrost verzichten.

(red)

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