Verwirrung um KN95-Masken: Opposition mit scharfer Kritik

Europäische Qualitätskontrolle als Voraussetzung für Einsatz von KN95-Masken.
Europäische Qualitätskontrolle als Voraussetzung für Einsatz von KN95-Masken. ©pixabay.com (Symbolbild)
Die ursprünglichen Angaben aus dem Gesundheitsministerium - die KN95-Masken würden nicht der FFP2-Verordnung entsprechen - haben bei der Opposition Kritik ausgelöst
KN95-Masken nur "unter Vorraussetzung"

"Viele Menschen, die in den letzten Tagen Masken oft um vier oder mehr Euro pro Stück gekauft haben, haben diese Masken heute vielleicht aus Angst vor einer Infektionsgefahr weggeworfen - obwohl das eigentlich gar nicht notwendig ist", sagte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer in einer Aussendung.

Verwirrung um KN95-Masken durch Verordnung

"Nur weil eine Maske aus China kommt, ist sie nicht zwingend schlecht. Es gibt eine europäische Prüfnorm, deren Einhaltung von einer Prüfstelle kontrolliert wird. Wenn das passiert ist, bekommt die Maske die CE-Prüfnorm, gefolgt von einem vierstelligen Zahlencode, der für die Prüfanstalt steht, in der die Maske in Augenschein genommen wurde. Sämtliche Informationen müssen auf der Außenseite der Maske aufgedruckt sein. Dann haben auch Masken, die nicht in Europa produziert wurden, eine Schutzwirkung, die jener von FFP2-Masken entspricht."

FFP2-Maske oder "äquivalente" Maske

"Die Position, die das Gesundheitsministerium hier öffentlich vertritt, ist rechtlich völlig unhaltbar", sagte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. "Laut Verordnung muss man eine FFP2-Maske oder eine ,äquivalente' Maske tragen. Äquivalent bedeutet gleichwertig. Gleichwertig ist die Maske dann, wenn sie dem Träger und den Personen in seinem Umfeld denselben Schutz bietet. Das ist hier der Fall." Überdies würde in der Verordnung an keiner Stelle erwähnt, dass dieser Standard auch von einer europäischen Behörde überprüft werden müsse. "Mit dieser ,Krisenkommunikation' stiftet man nur Verunsicherung und in weiterer Folge eine massive Abwehrreaktion auf alle Maßnahmen. Ein neues Kapitel in der Pannenserie des Gesundheitsministers, dem die Message nun endgültig außer Kontrolle geraten ist", sagte Loacker.

SPÖ sieht erneutes "Corona-Chaos"

"Das ist ein weiteres trauriges Kapitel in der Never-Ending-Story des Corona-Chaos von (Bundeskanzler Sebastian, Anm.) Kurz und (Gesundheitsminister Rudolf, Anm.) Anschober", konstatierte auch SPÖ-Gesundheitssprecher. "Denn die ebenfalls im Umlauf befindlichen aus China stammenden KN95-Masken sind jetzt laut Anschober - entgegen ursprünglich anderer Aussagen - doch erlaubt. Diese Produkte sollen laut dem Gesundheitsministerium aber nur verwendet werden, wenn sie nachweislich in Europa geprüft worden sind. Wer soll sich denn da noch auskennen? Das Chaos, das die Regierung hier fabriziert, ist doch der Bevölkerung nicht mehr zumutbar. Die Menschen sind schwer verunsichert, sie müssen ja auch Strafe zahlen, wenn sie eine falsche Maske tragen", kritisierte Kucher. "Wir verlangen seit Beginn dieser Krise Klarheit und Transparenz und eine zentrale Krisenkommunikation. Das Masken-Chaos reiht sich ein in eine lange Liste von Chaos-Regelungen, Pannen und Fehlern von Ischgl über das Verordnungschaos und das Ampelchaos bis hin zum Impfchaos."

(APA/Red)

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