Verteidigungsministerin Tanner will Miliz stärken

Tanner mit einem klaren Bekenntnis am Freitag.
Tanner mit einem klaren Bekenntnis am Freitag. ©APA
Am Freitag gab Verteidigungsministerin Tanner bekannt, die Miliz zu stärken. Neben Investitionspaket soll etwa eine zivile Zertifizierung von bei der Miliz erworbenen werden können.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat am Freitag gemeinsam mit dem Milizbeauftragten Erwin Hameseder neuerlich ein Bekenntnis für die Stärkung der Miliz abgegeben. Nicht zuletzt die Coronapandemie habe gezeigt, wie wichtig die "Bürger in Uniform" sind. Neben dem im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachten 200 Mio.-Paket soll etwa eine zivile Zertifizierung von bei der Miliz erworbenen Fähigkeiten geschaffen werden. Noch heuer soll es dazu ein Politprojekt geben.

Grundsätzliches Verständnis für die Miliz fehlt

Damit soll die Akzeptanz der Miliztätigkeit in Unternehmen gestärkt werden, so Hameseder. Denn nach wie vor fehle ein grundsätzliches Verständnis für die Miliz in der Wirtschaftswelt: "Da haben wir noch viel zu tun." Mit der Zertifizierung von beim Militär erworbenen Fähigkeiten, könne sich der Arbeitgeber auch "Zeit und Geld bei der Ausbildung von Arbeitskräften" sparen. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer habe diesbezüglich seine Unterstützung zugesagt. Hameseder will noch im laufenden Jahr die ersten Pilotprojekte ins Leben rufen.

"Ganz oben auf der Agenda" steht für den Milizbeauftragten nach wie vor die Beseitigung sozialrechtlicher Nachteile. Es dürfe nicht sein, dass jemand der "mehr als üblich für die Republik tut", Nachteile etwa beim Kindergeld, dem Familienbonus oder der Anrechnung von Dienstzeiten erleidet. Dies müsse ab heuer der Vergangenheit angehören, forderte Hameseder. Bei der Besoldung sei man "absolut schon am richtigen Weg".

Tanner: Miliz wurde jahrzehntelang "stiefmütterlich behandelt"

Die Miliz sei jahrzehntelang "stiefmütterlich behandelt" worden, erklärte Tanner: "Im vergangenen Jahr haben wir aber eine Trendwende eingeläutet." Dass es im vergangenen Jahr erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik zu einer Teilmobilisierung kam, sei eine "goldrichtige" Entscheidung gewesen. Die dadurch gewonnenen Erkenntnissen soll nun die Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft verbessert werden.

Tanner erinnerte zudem daran, dass die Miliz auch abseits der Pandemie das ganze Jahr über im Einsatz sei, etwa im Assistenz- und Auslandseinsatz. Allein diese Woche seien 900 Soldaten im Einsatz. "Ohne Miliz ginge es nicht", stellte Tanner klar.

Durch die Maßnahmen wie das Milizpaket, das nur die "dringendsten Beschaffungen" sicherstellt, oder die Maßnahmen im Bereich der Ausbildung, etwa die modulare Unteroffiziersausbildung, habe man schon einiges erreicht, so Tanner: "Wir sind am richtigen Weg." Dennoch sollen weitere Maßnahmen folgen.

(APA/Red)

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