"Versteckte Jahre": Anna Goldenberg erzählt die Geschichte ihrer Familie in Wien

"Versteckte Jahre: Der Mann, der meinen Großvater rettete" von Anna Goldenberg.
"Versteckte Jahre: Der Mann, der meinen Großvater rettete" von Anna Goldenberg. ©pixabay.com /Zsolnay Verlag
Anna Goldenberg erzählt in "Versteckte Jahre" die Geschichte ihrer Familie. Sie gibt in ihrem Buch einen Einblick in die Erlebnisse ihrer Urgroßeltern und Großeltern und begibt sich auf eine Spurensuche in die Vergangenheit.

Anna Goldenberg, geboren 1989, erzählt in “Versteckte Jahre” die Geschichte ihrer jüdischen Familie. Sie macht sich in ihrem Buch auf die Reise in die Vergangenheit und arbeitet die Erlebnisse ihrer Urgroßeltern und Großeltern, die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Wien lebten, auf.

Persönliche Erlebnisse haben Anna Goldenberg geprägt. Oftmals ist sie auf Unverständnis gestoßen, als sie die Geschichte ihrer Großeltern erzählte. Sie beschloss das Buch “Versteckte Jahre” zu schreiben. Warum sind sie nicht geflohen? Warum kehrten sie wieder nach Wien zurück? All diese Fragen beschäftigen die junge Frau, also macht sie sich auf den Weg und beginnt zu recherchieren. Auf ihrer internationalen Suche findet sie zahlreiche Briefe, Berichte und Dokumente.

“Versteckte Jahre: Der Mann, der meinen Großvater rettete”

Handlung: Hansi und Helga (Annas Großeltern) sind beim “Anschluss” im Jahr 1938 noch sehr jung. Ihre Eltern und Verwandten versuchen alles, um die Familie zu beschützten, da sie aber jüdische Wurzeln haben, droht ihnen die Deportation. Hansi wird 1942 von Josef Feldner, einem Arzt, in der Neubaugasse in Wien aufgenommen. So konnte sich der damals 17-Jährige als U-Boot verstecken. Hansis Bruder sowie seine Eltern allerdings wurden fort gebracht. Josef Feldner wird zu einer Vaterfigur für Hansi, er beschützt ihn mit seinem Leben und bis zum Tod sind die beiden fast unzertrennlich. Helga, Annas Großmutter, verbrachte nach dem “Anschluss” gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester einige Jahre in Theresienstadt. Dort musste sie am Feld arbeiten, überlebte aber und konnte durch großes Glück die Deportation nach Auschwitz vermeiden.

Die Autorin beschreibt die Jahre der Trennungen, der Gefangenschaft und Schicksale, die ihre Familie in den Jahren nach dem “Anschluss” ereilten. Der Krieg riss die Familie im Laufe der Jahre Stück für Stück auseinander. Anna versuchte, so viel Informationen wie möglich zu erhalten. Warum hat dieser Arzt ihren Großvater bei sich aufgenommen? Vor allem diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Helga, ihre Großmutter, lebt zum Glück noch, daher konnte sie ihr zahlreiche Fragen selber stellen. Ihr verstorbener Großvater hinterließ einige wenige Aufzeichnungen. Doch Anna merkt selber – viele Fragen bleiben ungeklärt. 

Anna Goldenberg erzählt die Geschichte ihrer Familie

Fazit: Anna Goldenberg gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihre Familiengeschichte, aber nicht nur das. Sie hinterfragt Entscheidungen und bringt das Erlebte mit ihren persönlichen Erfahrungen in Verbindung. Ihre ausführliche Recherche in Archiven und die Zusammenarbeit mit Zeitzeugen spiegeln sich in ihrem Buch wieder. Sie erzählt eine aufwühlende aber vor allem auch wichtige Geschichte und lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben. Krieg, Liebe, Trennung und Tod – Die Erzählungen sind zwar sachlich dennoch rührend und man fühlt mit der Familie mit.

Buchtipp: “Versteckte Jahre: Der Mann, der meinen Großvater rettete”

Autor: Anna Goldenberg
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
ISBN: 978-3-552-05906-1
Seiten: 192

(Red)

 

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