Verlobung von Kleinkindern in Syrien

Die Verlobung von zwei Kleinkindern sorgt in Syrien für Aufregung: Die Eltern von Chalid (5) und Hala (3) meinten es jedoch ernst, als sie in der Stadt Homs die Verlobung ihrer Kinder feierten. Für "Braut" und "Bräutigam" war die Feier mit vielen Gästen und einem islamischen Prediger so etwas wie ein Spiel. Doch wenn sie 15 und 13 Jahre alt sind, sollen sie nach dem Willen ihrer Eltern heiraten.

In Syrien ist die Verheiratung von Minderjährigen nicht ungewöhnlich. Trotzdem wird der Fall von Chalid und Hala in den syrischen Medien seit Tagen heiß diskutiert. Denn lokale und internationale Menschenrechtsgruppen fordern seit Jahren, dass die Verheiratung von Teenagern verboten wird. Dies wollen Islamisten jedoch verhindern.

Die beiden Kinder, die entfernt miteinander verwandt sind, hatten einander kürzlich bei einem Ausflug kennengelernt. “Sie spielten zusammen am Strand, und weil der Sand so heiß war, bot Chalid der kleinen Hala seine Schuhe an”, sagte die Mutter des Buben, Samar al-Munadili, am Donnerstag. Sie betonte, die Eltern wollten die Kinder, wenn sie die Pubertät erreichen, nicht zur Ehe zwingen. Dass die Hochzeit ausfällt, ist aber unwahrscheinlich, da der Vater des “Bräutigams” ab sofort Unterhalt für das Mädchen zahlen will.

Das Mindestheiratsalter liegt in Syrien eigentlich bei 18 Jahren. Wenn die Eltern zustimmen, können jedoch auch Teenager heiraten.

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